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Private Rentenversicherung vergleichen
Kostenquote, Rentenfaktor und Steuer bei privater Rente und Kapitalauszahlung.
Überleg vorher, wie viel du monatlich sicher sparen kannst und wann du in Rente gehen willst. Mit diesen beiden Zahlen rechnet der Rechner, und du siehst schnell, wie stark die Kosten das Ergebnis drücken.
Was eine private Rentenversicherung leistet
Du zahlst über Jahre Beiträge ein, ab dem vereinbarten Rentenbeginn zahlt der Versicherer dir eine monatliche Rente, solange du lebst. Das ist der eigentliche Vorteil gegenüber einem eigenen Sparplan: Du kannst das Geld nicht vor deinem Tod aufbrauchen. Wer sehr alt wird, bekommt am Ende mehr heraus, als er eingezahlt hat.
Fast alle Versicherer bieten heute fondsgebundene Tarife an. Dein Geld fließt in Fonds oder ETFs, die Rente hängt von deren Entwicklung ab. Klassische Verträge mit festem Garantiezins gibt es kaum noch. Der gesetzliche Höchstrechnungszins für neue Verträge liegt bei 1 Prozent.
Die Kosten entscheiden
Bei Rentenversicherungen fallen Abschlusskosten, laufende Verwaltungskosten und die Kosten der Fonds an. Damit du Tarife vergleichen kannst, muss der Versicherer im Produktinformationsblatt angeben, um wie viele Prozentpunkte die Kosten deine jährliche Rendite mindern. Diese Zahl ist der wichtigste Wert im Vergleich.
Ein Beispiel: Erzielen die Fonds 6 Prozent im Jahr und die Kostenquote liegt bei 2 Prozentpunkten, bleiben dir 4 Prozent. Über 30 Jahre ist das ein Unterschied von rund einem Drittel des Endkapitals gegenüber einem Vertrag mit 0,8 Prozentpunkten. Nettotarife ohne eingerechnete Provision sind meist am günstigsten, dafür zahlst du eine Beratung extra.
Rentenfaktor: wie viel Rente aus deinem Geld wird
Der Rentenfaktor sagt, wie viel Euro Monatsrente du je 10.000 Euro Kapital bekommst. Achte darauf, ob er garantiert ist oder nur „rechnungsmäßig“. Manche Verträge garantieren nur einen Teil, der Rest kann bis zum Rentenbeginn gesenkt werden. Ein hoher garantierter Rentenfaktor ist mehr wert als eine hohe Beispielrechnung.
Rente oder Kapital: die Steuer
- Lebenslange Rente: Versteuert wird nur der Ertragsanteil. Beginnt die Rente mit 67, sind das 17 Prozent der Rente, der Rest ist steuerfrei.
- Kapitalauszahlung: Versteuert wird der Gewinn, also Auszahlung minus eingezahlte Beiträge. Läuft der Vertrag mindestens zwölf Jahre und wird nach dem 62. Geburtstag ausgezahlt, ist nur die Hälfte des Gewinns mit deinem persönlichen Steuersatz zu versteuern.
Die meisten Verträge lassen dir bis kurz vor Rentenbeginn die Wahl. Prüf, bis wann du dich entscheiden musst.
Rentenversicherung oder ETF-Sparplan?
Ein ETF-Sparplan im Depot ist in der Ansparphase fast immer günstiger und flexibler. Du kannst jederzeit verkaufen oder pausieren. Dafür musst du dir in der Rente selbst einteilen, wie lange das Geld reicht. Die Rentenversicherung nimmt dir dieses Risiko ab. Eine Lösung, die viele wählen: erst im Depot sparen, später einen Teil in eine Sofortrente umschichten. Ob sich das für dich lohnt, hängt von deiner Disziplin und deinem Bedürfnis nach Sicherheit ab.
Worauf du beim Abschluss achtest
- Kostenquote in Prozentpunkten vergleichen, nicht die Beispielrente.
- Prüfen, ob du den Beitrag pausieren oder senken kannst, ohne dass neue Abschlusskosten anfallen.
- Fondsauswahl ansehen: Gibt es günstige ETFs, und kannst du kostenlos wechseln?
- Rentenfaktor und dessen Garantie notieren.
- Nach dem Abschluss hast du 30 Tage Widerrufsrecht.
Kündige einen alten Vertrag nicht vorschnell. Oft ist Beitragsfreistellen günstiger, weil die Abschlusskosten schon bezahlt sind.
Ein Rechenbeispiel
Du zahlst 30 Jahre lang 150 Euro im Monat ein, insgesamt 54.000 Euro. Bei 6 Prozent Fondsrendite und einer Kostenquote von 0,8 Prozentpunkten wachsen daraus grob 140.000 Euro. Bei 2 Prozentpunkten Kosten sind es nur rund 105.000 Euro. Mit einem Rentenfaktor von 30 Euro je 10.000 Euro ergibt das eine Monatsrente von etwa 420 statt 315 Euro. Die Zahlen sind gerundet und nicht garantiert. Sie zeigen aber, warum die Kostenquote mehr zählt als jede Werbeaussage.
Für wen sie sich eignet
Die private Rentenversicherung passt zu dir, wenn du ein langes Leben finanziell absichern willst und das Geld bis zur Rente nicht brauchst. Sie passt weniger, wenn du kurzfristig flexibel bleiben musst, etwa weil du bald eine Immobilie kaufen willst. Dann ist ein Depot oder Tagesgeld die bessere Zwischenlösung. Wer Kinder hat, kann den Vertrag auch auf das Kind abschließen und den Beitrag später übergeben. Klär vorher, wer Versicherungsnehmer ist und wer die Rente bekommt, denn das hat steuerliche Folgen.
Passt dazu: Rürup-Rente, Riester-Rente, Depot. Mehr im Ratgeber: Versicherungen checken, oder alle Versicherungsvergleiche.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen privater Rentenversicherung und Riester-Rente?
Die private Rentenversicherung ist nicht staatlich gefördert, dafür flexibel: Du kannst Kapital statt Rente wählen und den Beitrag frei festlegen. Die Riester-Rente bekommt Zulagen, ist aber an strenge Regeln gebunden und wird im Alter voll versteuert.
Was passiert mit dem Geld, wenn ich vor Rentenbeginn sterbe?
In den meisten Tarifen bekommen deine Hinterbliebenen das Vertragsguthaben oder die eingezahlten Beiträge. Nach Rentenbeginn sichert eine Rentengarantiezeit, dass die Rente für eine Mindestdauer weitergezahlt wird.
Kann ich eine private Rentenversicherung kündigen?
Ja, du bekommst dann den Rückkaufswert. Gerade in den ersten Jahren liegt er oft unter den eingezahlten Beiträgen, weil die Abschlusskosten zuerst verrechnet werden. Beitragsfreistellen ist meist die bessere Alternative.
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