Das Wichtigste in Kürze
- 2026 kannst du bis zu 30.826 € für die Altersvorsorge als Sonderausgaben absetzen, zusammen veranlagte Ehepaare bis zu 61.652 €.
- Auf diesen Höchstbetrag werden Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet, bei Angestellten mit Arbeitgeberanteil. Was übrig bleibt, ist dein Spielraum für die Rürup-Rente.
- Die Ersparnis ist ungefähr dein Beitrag mal deinem Grenzsteuersatz: 10.000 € Beitrag bei 42 % bringen rund 4.200 € weniger Einkommensteuer.
- Es zählt der Zahlungstag: Was bis zum 31. Dezember auf dem Vertrag eingeht, wirkt in der Steuererklärung für dieses Jahr.
- Angestellte bekommen den Vorteil erst mit der Steuererklärung zurück, einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte gibt es dafür nicht.
Effektivkosten und Rentenfaktor der Tarife siehst du im Rürup-Vergleich →
Wie der Höchstbetrag funktioniert
Beiträge zur Basisrente gehören zu den Altersvorsorgeaufwendungen, genau wie Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, zu berufsständischen Versorgungswerken und zur landwirtschaftlichen Alterskasse. Für alle zusammen gibt es einen gemeinsamen Höchstbetrag. Er hängt am Höchstbeitrag der knappschaftlichen Rentenversicherung und steigt deshalb fast jedes Jahr.
| Jahr | Alleinstehend | Zusammen veranlagt |
|---|---|---|
| 2025 | 29.344 € | 58.688 € |
| 2026 | 30.826 € | 61.652 € |
Seit 2023 sind Altersvorsorgeaufwendungen bis zu diesem Betrag zu 100 % abziehbar. Entscheidend ist also nicht, wie viel Prozent zählen, sondern wie viel vom Höchstbetrag bei dir noch frei ist.
Deinen Spielraum berechnen
Die Rechnung ist für alle gleich: Höchstbetrag minus das, was du schon in die Altersvorsorge zahlst oder was für dich gezahlt wird. Der Rest ist der Betrag, den du 2026 mit Steuerwirkung in eine Rürup-Rente einzahlen kannst.
Selbstständige ohne Rentenversicherungspflicht
Du zahlst nichts in die gesetzliche Rente, also steht dir der volle Höchstbetrag von 30.826 € zur Verfügung. Zahlst du in ein Versorgungswerk ein, ziehst du diese Beiträge ab.
Angestellte
Abgezogen wird der gesamte Rentenversicherungsbeitrag von 18,6 %, also dein Anteil und der deines Arbeitgebers. Beiträge fallen nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 € im Jahr an.
| Bruttojahresgehalt | Rentenbeitrag gesamt (18,6 %) | Spielraum für Rürup 2026 |
|---|---|---|
| 50.000 € | 9.300 € | 21.526 € |
| 70.000 € | 13.020 € | 17.806 € |
| 90.000 € | 16.740 € | 14.086 € |
| 101.400 € und mehr | 18.860,40 € | 11.965,60 € |
Beamte
Beamte zahlen keine Rentenbeiträge, bekommen aber eine Pension ohne eigene Beiträge. Deshalb wird ihr Höchstbetrag um einen fiktiven Rentenbeitrag von 18,6 % ihrer Bezüge gekürzt, ebenfalls bis zur Bemessungsgrenze. Bei 60.000 € Bezügen sind das 11.160 €, es bleiben 19.666 € für die Basisrente.
Ehepaare
Bei Zusammenveranlagung verdoppelt sich der Höchstbetrag auf 61.652 €. Die Beiträge beider Partner zur gesetzlichen Rente werden abgezogen. Wer von euch den Rürup-Vertrag hat, spielt für den Höchstbetrag keine Rolle, solange ihr zusammen veranlagt werdet.
Steuerersparnis ausrechnen
Die Ersparnis hängt von deinem Grenzsteuersatz ab, also dem Steuersatz auf jeden zusätzlichen Euro Einkommen. Er steht nicht im Steuerbescheid, lässt sich aber mit jedem Einkommensteuerrechner aus deinem zu versteuernden Einkommen ermitteln. Der Spitzensteuersatz liegt bei 42 %, ab sehr hohen Einkommen bei 45 %.
| Beitrag | Grenzsteuersatz 30 % | Grenzsteuersatz 35 % | Grenzsteuersatz 42 % |
|---|---|---|---|
| 3.000 € | 900 € | 1.050 € | 1.260 € |
| 6.000 € | 1.800 € | 2.100 € | 2.520 € |
| 10.000 € | 3.000 € | 3.500 € | 4.200 € |
Kirchensteuer und, bei hohen Einkommen, Solidaritätszuschlag sinken mit. Bei großen Einmalbeiträgen ist die Rechnung etwas zu optimistisch: Je mehr du absetzt, desto weiter rutschst du in der Progression nach unten, und der Grenzsteuersatz für die letzten Euro sinkt. Für eine genaue Zahl rechnest du dein Jahr in einem Steuerrechner einmal mit und einmal ohne Beitrag durch.
Rechenbeispiel: Selbstständige mit 110.000 € Gewinn
Eine Grafikdesignerin, ledig, nicht rentenversicherungspflichtig, rechnet für 2026 mit 110.000 € Gewinn. Ihr zu versteuerndes Einkommen liegt auch nach dem Rürup-Beitrag im Bereich des Spitzensteuersatzes von 42 %. Im Dezember zahlt sie 12.000 € als Einmalbeitrag in eine Basisrente.
| Spielraum 2026 | 30.826 € |
| Einzahlung | 12.000 € |
| Steuerersparnis bei 42 % | 5.040 €, dazu Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, falls fällig |
| Tatsächlicher Aufwand | 6.960 € oder weniger |
Sie kann ihre Steuervorauszahlungen für das laufende Jahr beim Finanzamt anpassen lassen, wenn sie regelmäßig einzahlt. Dann wirkt der Vorteil schon vor dem Steuerbescheid.
Die Kehrseite: Steuer im Alter
Die Rente aus dem Rürup-Vertrag wird später nachgelagert besteuert, zum Besteuerungsanteil deines Rentenjahrgangs. Dieser Anteil steigt für jeden neuen Rentenjahrgang um 0,5 Prozentpunkte, wer ab 2058 in Rente geht, versteuert die volle Rente. Der Vorteil entsteht aus dem Unterschied der Steuersätze: Setzt du heute mit 42 % ab und zahlst im Alter auf die Rente 25 %, bleibt die Differenz bei dir.
Wer im Alter hohe andere Einkünfte erwartet, etwa aus Vermietung oder einer hohen Pension, gewinnt dabei weniger. Wer heute nur einen Grenzsteuersatz um 25 % hat, gewinnt kaum etwas und bindet sein Geld trotzdem bis zur Rente.
Fünf Fehler, die Steuervorteil kosten
- Höchstbetrag überschätzt: Angestellte vergessen den Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung. Alles über dem Höchstbetrag bringt keinen Steuervorteil.
- Zu spät gezahlt: Geht der Beitrag erst im Januar ein, zählt er für das neue Jahr.
- Vertrag ohne Zuzahlungsmöglichkeit: Wer den Höchstbetrag gezielt ausnutzen will, braucht einen Tarif, der Einmalbeiträge ohne hohe Zusatzkosten erlaubt.
- Hohe Abschlusskosten: Kosten von mehreren Prozent auf jeden Beitrag fressen einen großen Teil des Steuervorteils auf. Vergleiche die Effektivkosten im Produktinformationsblatt.
- Steuererklärung unvollständig: Die Beiträge gehören in die Anlage Vorsorgeaufwand. Der Anbieter meldet sie zwar elektronisch, prüf trotzdem, ob sie im Bescheid berücksichtigt sind.
Häufige Fragen
Wie viel kann ich 2026 in die Rürup-Rente einzahlen?
Einzahlen kannst du so viel, wie der Tarif erlaubt. Steuerlich absetzbar sind 2026 bis zu 30.826 € für Alleinstehende und 61.652 € für zusammen veranlagte Ehepaare, abzüglich deiner Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder zu einem Versorgungswerk.
Lohnt sich die Rürup-Rente für Angestellte?
Bei einem hohen Grenzsteuersatz und wenn du das Geld bis zur Rente sicher nicht brauchst, ja. Dein Spielraum ist kleiner als bei Selbstständigen, weil die gesetzlichen Rentenbeiträge angerechnet werden. Mit 70.000 € brutto sind 2026 noch rund 17.800 € frei.
Bekomme ich die Steuerersparnis sofort?
Als Angestellter nein, sie kommt mit dem Steuerbescheid für das Jahr der Einzahlung. Ein Lohnsteuerfreibetrag für Rürup-Beiträge ist nicht möglich. Selbstständige können ihre Vorauszahlungen anpassen lassen.
Kann ich in einem Jahr viel und im nächsten nichts einzahlen?
Ja, wenn der Tarif flexible Beiträge und Zuzahlungen erlaubt. Viele Selbstständige zahlen am Jahresende einen Einmalbetrag, sobald sie ihren Gewinn abschätzen können. Achte vor dem Abschluss darauf, ob für Einmalbeiträge eigene Kosten anfallen.
So gehst du vor
- Spielraum ausrechnen: 30.826 € minus deine Rentenbeiträge inklusive Arbeitgeberanteil oder fiktivem Beitrag bei Beamten.
- Grenzsteuersatz bestimmen: Mit dem zu versteuernden Einkommen aus dem letzten Bescheid und einem Steuerrechner.
- Betrag festlegen: Nur so viel, wie du bis zur Rente sicher nicht brauchst.
- Tarife vergleichen: Im Rürup-Vergleich auf Effektivkosten, Zuzahlungen und Rentenfaktor achten.
- Bis 31. Dezember einzahlen und die Beiträge in der Steuererklärung prüfen.
Stand: Oktober 2026, Werte für das Steuerjahr 2026. Wie du die Erklärung selbst erledigst, steht im Ratgeber Steuererklärung mit Software. Weitere Vorsorge-Vergleiche findest du in der Themenwelt Versicherungen.