Mietkaution: Deine Optionen — Sparbuch, Bürgschaft oder Kautionskonto?

Mietkaution hinterlegen: Welche Option passt zu dir? Barkaution, Sparbuch, Bürgschaft oder Depot im Vergleich.

7 Min. Lesezeit ·Aktualisiert am 15. Oktober 2026

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Dein Vermieter darf maximal drei Nettokaltmieten als Kaution verlangen (§ 551 BGB). Du darfst in drei Monatsraten zahlen.
  • Klassisch liegt das Geld auf einem Kautionssparbuch — sicher, aber mit Mini-Zinsen quasi eingefroren.
  • Eine Mietkautionsbürgschaft kostet 3–5 % pro Jahr, dafür bleibt dein Geld verfügbar.
  • Ein Kautionsdepot kann Rendite bringen, trägt aber ein Kursrisiko.
  • Nach dem Auszug hat der Vermieter 3–6 Monate Zeit für die Rückgabe. Ein Übergabeprotokoll schützt dich vor Streit.

Was ist die Mietkaution — und warum betrifft sie dich?

Die Mietkaution ist eine Sicherheitsleistung, die du beim Einzug an deinen Vermieter zahlst. Sie sichert ihn ab, falls du Mietschulden hinterlässt oder die Wohnung beschädigt zurückgibst. Die gesetzliche Obergrenze liegt bei drei Nettokaltmieten — also die Kaltmiete ohne Nebenkosten, mal drei.

Ein Beispiel: Bei 800 Euro Kaltmiete beträgt die maximale Kaution 2.400 Euro. Das ist eine Menge Geld, besonders wenn du gerade umziehst und ohnehin viele Ausgaben hast.

Die gute Nachricht: Nach § 551 BGB darfst du die Kaution in drei gleichen Monatsraten zahlen. Die erste Rate ist bei Übergabe der Wohnung fällig, die nächsten beiden mit den folgenden Mietzahlungen. Dein Vermieter darf das nicht ablehnen — es ist dein gesetzliches Recht.

Wichtig: Der Vermieter muss deine Kaution getrennt von seinem Vermögen anlegen, auf einem sogenannten Treuhandkonto. Die Zinsen stehen dir zu und erhöhen die Kautionssumme. Tut er das nicht, ist das ein Verstoß gegen seine Pflichten.

Aber du musst die Kaution nicht zwingend bar auf den Tisch legen. Es gibt mehrere Wege — und je nach deiner Situation lohnt sich ein anderer. Wenn du gerade deine Finanzen neu ordnest, ist die Kautionsfrage ein guter Ansatzpunkt.

Vier Wege, die Kaution zu hinterlegen

Nicht jede Kautionsform passt zu jedem Mieter. Hier der direkte Vergleich:

Option So funktioniert's Kosten / Rendite Geld verfügbar?
Barkaution / Überweisung Du überweist den Betrag direkt. Vermieter legt ihn auf ein Treuhandkonto. Zinsen auf dem Kautionskonto (aktuell nahe 0 %) Nein — Geld ist gebunden
Kautionssparbuch Du eröffnest ein Sparbuch, verpfändest es an den Vermieter. Ca. 0,01 % Zinsen (oft weniger als Inflation) Nein — verpfändet
Mietkautionsbürgschaft Eine Versicherung oder Bank bürgt für dich. Du zahlst einen Jahresbeitrag. 3–5 % der Kautionssumme pro Jahr Ja — Kaution bleibt auf deinem Konto
Kautionsdepot Du legst die Kaution in Fonds an und verpfändest das Depot. Chance auf Rendite (z. B. 3–7 % p.a.), aber Kursrisiko Nein — verpfändet, aber Rendite möglich

Die Barkaution und das Sparbuch sind die klassischen Wege — einfach, aber dein Geld liegt brach. Die Bürgschaft gibt dir Liquidität, kostet aber laufend. Das Kautionsdepot ist für alle interessant, die langfristig mieten und ihr Geld arbeiten lassen wollen.

2.400 € Kaution, drei Wege – was lohnt sich?

Angenommen, du zahlst 800 Euro Kaltmiete. Die Kaution beträgt 2.400 Euro. Du wohnst fünf Jahre in der Wohnung. Was passiert mit deinem Geld?

Variante Einmalkosten Jährliche Kosten / Rendite Ergebnis nach 5 Jahren
Sparbuch (0,01 %) 0 € +0,24 € Zinsen 2.401,20 € (Geld war gebunden)
Bürgschaft (4 %) 0 € −96 € Beitrag −480 € gezahlt, aber 2.400 € waren frei nutzbar
Kautionsdepot (3 % Rendite) 0 € +72 € Rendite (vor Steuern) Ca. 2.782 € Depotwert (bei 3 % p.a.)

Was heißt das konkret? Das Sparbuch bringt nach fünf Jahren gerade mal 1,20 Euro Zinsen. Die Bürgschaft kostet dich insgesamt 480 Euro — dafür hättest du die 2.400 Euro zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto parken oder in deinen Notgroschen stecken können. Das Kautionsdepot hätte dir bei 3 % Rendite rund 382 Euro eingebracht — allerdings mit dem Risiko, dass Kurse auch fallen können.

Die Bürgschaft lohnt sich vor allem, wenn du das Geld für den Umzug brauchst oder keinen finanziellen Puffer hast. Das Depot ist interessant, wenn du einen langen Mietvertrag erwartest und Schwankungen aushalten kannst. Und das Sparbuch? Ist der unkomplizierteste Weg — aber eben auch der teuerste, wenn man die Opportunitätskosten bedenkt.

Kautionsrückgabe: Was du nach dem Auszug wissen musst

Wenn du ausziehst, willst du dein Geld zurück. Aber der Vermieter darf sich Zeit lassen. Gesetzlich gibt es keine exakte Frist — die Rechtsprechung sieht in der Regel 3 bis 6 Monate als angemessen an. In Einzelfällen kann es sogar länger dauern, wenn die Nebenkostenabrechnung noch aussteht.

Der Vermieter darf einen angemessenen Teil der Kaution einbehalten, bis die letzte Nebenkostenabrechnung vorliegt. Das betrifft meistens die Abrechnung für das Auszugsjahr. Üblich ist ein Einbehalt von 3–4 Monatsvorauszahlungen.

Übergabeprotokoll: Mach bei Ein- und Auszug ein Protokoll mit Fotos. Halte den Zustand von Wänden, Böden, Fenstern, Sanitäranlagen und Elektrogeräten fest. Beide Seiten unterschreiben. Ohne Protokoll steht im Streitfall Aussage gegen Aussage — und du hast ein Problem.

Tipp: Fordere die Kaution nach dem Auszug schriftlich an, am besten per E-Mail mit Fristsetzung. Wenn der Vermieter nach sechs Monaten nicht reagiert hat und keine offenen Forderungen bestehen, kannst du ihn in Verzug setzen.

In 5 Schritten zur richtigen Kautionslösung

  1. Kautionshöhe prüfen: Steht im Mietvertrag mehr als drei Nettokaltmieten? Dann ist der überschreitende Teil unwirksam. Rechne nach.
  2. Liquidität checken: Hast du 2.400 Euro (oder mehr) übrig, die du für Jahre entbehren kannst? Wenn nein, ist eine Bürgschaft die bessere Wahl.
  3. Angebote vergleichen: Bürgschaftsanbieter unterscheiden sich bei Jahresbeiträgen, Mindestlaufzeit und Kündigungsfristen. Schau dir den Mietkaution-Vergleich an.
  4. Mit dem Vermieter sprechen: Nicht jeder Vermieter akzeptiert jede Kautionsform. Kläre vorher, ob eine Bürgschaft oder ein Depot in Ordnung ist. Eine Barkaution oder ein verpfändetes Sparbuch kann er nicht ablehnen.
  5. Übergabeprotokoll erstellen: Dokumentiere den Zustand der Wohnung mit Fotos und Unterschriften — beim Einzug und beim Auszug. Das schützt dich bei der Rückgabe.

Was Mieter zur Kaution wissen wollen

Darf der Vermieter eine Bürgschaft ablehnen?

Ja, grundsätzlich schon. Der Vermieter hat das Recht, die Kautionsform mitzubestimmen. Eine Barkaution oder ein verpfändetes Sparbuch muss er akzeptieren. Bei einer Bürgschaft kommt es auf den Mietvertrag an — viele Vermieter stimmen zu, wenn die Bürgschaftsurkunde von einem seriösen Anbieter kommt. Am besten klärst du das vor Vertragsunterschrift.

Was passiert mit der Kaution bei einem Eigentümerwechsel?

Wird die Wohnung verkauft, geht die Pflicht zur Kautionsrückgabe auf den neuen Eigentümer über (§ 566a BGB). Das gilt unabhängig davon, ob der alte Vermieter die Kaution tatsächlich weitergeleitet hat. Dein Anspruch bleibt bestehen — richte dich einfach an den neuen Vermieter.

Kann ich die Kaution mit der letzten Miete verrechnen?

Nein. Die Kaution ist eine Sicherheit, kein Mietguthaben. Wenn du die letzte Miete einfach nicht zahlst und auf die Kaution verweist, riskierst du eine Abmahnung oder sogar eine fristlose Kündigung. Zahle die Miete bis zum Schluss regulär und fordere die Kaution nach dem Auszug zurück.

Wie lange darf der Vermieter die Kaution einbehalten?

Eine gesetzliche Frist gibt es nicht. Die Gerichte halten 3 bis 6 Monate für angemessen. Stehen noch Nebenkostenabrechnungen aus, kann sich das auf bis zu 12 Monate verlängern. Nach Ablauf einer angemessenen Frist kannst du den Vermieter schriftlich zur Rückzahlung auffordern und in Verzug setzen.

Dein Plan für die Mietkaution

Du weißt jetzt, welche Optionen du hast. Jetzt geht es darum, die richtige für dich zu wählen:

  • Geld übrig und kein Problem damit, es zu binden? → Kautionsdepot prüfen, wenn du langfristig mietest. Sonst reicht das Sparbuch.
  • Geld knapp oder Umzug teuer? → Bürgschaft abschließen und die 2.400 Euro als Notgroschen behalten oder auf ein Tagesgeldkonto legen.
  • Schon eine alte Kaution auf dem Sparbuch? → Prüfe, ob sich ein Wechsel zur Bürgschaft oder zum Depot lohnt. Viele Anbieter helfen beim Umstieg.

Vergleiche die aktuellen Anbieter und finde die Kautionslösung, die zu deiner Situation passt:

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