Das Wichtigste in Kürze
- Angestellte dürfen 2026 erst ab 77.400 € Bruttojahresgehalt in die PKV. Selbstständige, Freiberufler und Beamte haben die Wahl unabhängig vom Einkommen.
- Der GKV-Höchstbeitrag liegt 2026 für Angestellte bei rund 613 € im Monat für Kranken- und Pflegeversicherung, kinderlos bei rund 648 €.
- In der GKV sind Kinder und ein Ehepartner ohne eigenes Einkommen beitragsfrei mitversichert. In der PKV braucht jede Person einen eigenen Vertrag.
- Wer nach dem 55. Geburtstag zurück in die GKV will, schafft das in der Regel nicht mehr. Die Entscheidung gilt praktisch fürs Leben.
- Für Beamte ist die PKV mit Beihilfe fast immer die günstigere Wahl.
Was ein PKV-Tarif in deinem Alter kostet, siehst du im PKV-Vergleich →
Zwei Systeme, zwei Rechenwege
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) rechnet nach Einkommen. Du zahlst 2026 den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 % plus den Zusatzbeitrag deiner Kasse, im Schnitt 2,9 %. Dazu kommt die Pflegeversicherung mit 3,6 %, für Kinderlose ab 23 mit 4,2 %. Angestellte teilen sich die Beiträge mit dem Arbeitgeber, den Kinderlosenzuschlag zahlen sie allein. Beiträge fallen nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 69.750 € im Jahr an.
Die private Krankenversicherung (PKV) rechnet nach Risiko. Der Beitrag hängt von Eintrittsalter, Gesundheit und gewähltem Leistungsumfang ab, nicht vom Einkommen. Wer jung und gesund einsteigt, zahlt oft weniger als den GKV-Höchstbeitrag. Wer älter oder vorerkrankt ist, zahlt mehr oder wird gar nicht angenommen.
Was du 2026 in der GKV höchstens zahlst
| Beitrag pro Monat (Höchstbetrag) | Dein Anteil als Angestellter | Arbeitgeber |
|---|---|---|
| Krankenversicherung, 17,5 % von 5.812,50 € | 508,59 € | 508,59 € |
| Pflegeversicherung mit Kind, 3,6 % | 104,63 € | 104,63 € |
| Kinderlosenzuschlag, 0,6 % | 34,88 € | – |
| Summe mit Kind | 613,22 € | 613,22 € |
| Summe kinderlos | 648,10 € | 613,22 € |
Gerechnet mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 %. Deine Kasse kann mehr oder weniger verlangen. Ab zwei Kindern unter 25 sinkt der Pflegebeitrag. In Sachsen gelten bei der Pflegeversicherung andere Anteile.
Wechselst du in die PKV, zahlt dein Arbeitgeber die Hälfte deines PKV-Beitrags, höchstens aber so viel, wie er in der GKV zahlen würde, also bis zu 613,22 € im Monat. Kostet dein PKV-Tarif mit Pflegepflichtversicherung zum Beispiel 760 €, zahlt der Arbeitgeber 380 € und du ebenfalls 380 €. Ohne Kind sind das rund 268 € weniger als dein GKV-Höchstbeitrag von 648,10 €. Mit Kind kommt in der PKV für jedes Kind ein eigener Beitrag dazu.
Wann sich die PKV eher lohnt
- Beamte und Beamtenanwärter: Die Beihilfe trägt 50 bis 80 % der Krankheitskosten, privat versicherst du nur den Rest. In der GKV würdest du den vollen Beitrag allein zahlen, weil es keinen Arbeitgeberanteil gibt. Einige Länder bieten inzwischen eine pauschale Beihilfe für gesetzlich versicherte Beamte an. Prüf, ob das in deinem Land gilt.
- Junge, gesunde Singles über der Pflichtgrenze ohne Kinderwunsch: Der PKV-Beitrag liegt oft deutlich unter dem GKV-Höchstbeitrag. Der Vorteil schrumpft aber über die Jahre, weil PKV-Beiträge steigen.
- Selbstständige mit hohem, stabilem Einkommen: In der GKV zahlen sie als freiwillig Versicherte den vollen Beitrag allein, bis zur Bemessungsgrenze. Ein PKV-Tarif mit Selbstbeteiligung kann deutlich günstiger sein.
- Doppelverdiener, die beide privat versichert sein können: Hier fällt der Nachteil der fehlenden Familienversicherung weniger ins Gewicht.
Wann die GKV meist die bessere Wahl ist
- Familien mit einem Hauptverdiener: In der GKV sind Kinder und ein Ehepartner ohne oder mit geringem eigenen Einkommen beitragsfrei mitversichert. In der PKV kostet jedes Kind einen eigenen Beitrag, der nicht privat versicherte Partner ebenfalls.
- Gemischte Ehe: Ist der besser verdienende Elternteil privat versichert und verdient er über der Pflichtgrenze und mehr als der gesetzlich versicherte Partner, können die Kinder nicht beitragsfrei in die GKV. Sie müssen dann privat oder freiwillig gesetzlich versichert werden.
- Selbstständige mit schwankendem Einkommen: In der GKV sinkt der Beitrag mit dem Einkommen. Der PKV-Beitrag bleibt auch in schwachen Jahren gleich.
- Vorerkrankungen: Chronische oder psychische Erkrankungen führen in der PKV zu Zuschlägen, Ausschlüssen oder einer Ablehnung. Die GKV muss dich ohne Gesundheitsprüfung nehmen.
- Wer im Alter mit kleiner Rente rechnet: Der PKV-Beitrag richtet sich nicht nach der Rente. Rentner in der GKV zahlen dagegen einen Prozentsatz ihrer Einkünfte.
Der Beitrag im Alter
In der PKV bauen Versicherte Altersrückstellungen auf. Zusätzlich zahlen Vollversicherte zwischen 21 und 60 einen gesetzlichen Zuschlag von 10 % auf den Beitrag, der die Beiträge ab 65 senken soll. Trotzdem steigen PKV-Beiträge über die Jahre, weil Behandlungen teurer werden und die Versicherten älter. Als Rentner bekommst du keinen Arbeitgeberzuschuss mehr, sondern nur einen Zuschuss der Rentenversicherung, der sich an deiner gesetzlichen Rente bemisst.
In der GKV zahlst du als Rentner Beiträge auf gesetzliche Rente und Betriebsrenten. In die günstige Krankenversicherung der Rentner kommst du nur, wenn du in der zweiten Hälfte deines Berufslebens zu 90 % gesetzlich versichert warst.
Plane bei einem Wechsel in die PKV deshalb ein Polster für das Alter ein. Wer den Beitragsvorteil der ersten Jahre zur Seite legt, etwa in einem ETF-Sparplan, hat später Reserven. Wer ihn ausgibt, steht im Alter oft vor deutlich höheren Kosten als in der GKV.
Der Weg zurück in die GKV
Ein Wechsel zurück ist nur möglich, wenn du wieder versicherungspflichtig wirst. Das passiert zum Beispiel, wenn dein Gehalt als Angestellter unter die Pflichtgrenze fällt oder du Arbeitslosengeld bekommst. Selbstständige müssen dafür in eine Anstellung unter der Grenze wechseln.
Ab dem 55. Geburtstag ist der Weg in der Regel zu: Wer in den fünf Jahren davor nicht gesetzlich versichert war und davon mindestens die Hälfte versicherungsfrei, von der Pflicht befreit oder hauptberuflich selbstständig war, bleibt in der PKV. Wer schon privat versichert ist und die Beiträge senken will, sollte zuerst einen Tarifwechsel beim eigenen Versicherer prüfen. Dabei bleiben die Altersrückstellungen erhalten.
Entscheidungshilfe
| Deine Situation | Tendenz |
|---|---|
| Beamter oder Beamtenanwärter | PKV mit Beihilfetarif |
| Angestellt über 77.400 €, Single, gesund, unter 35 | PKV prüfen, Altersvorsorge für Beiträge einplanen |
| Angestellt über 77.400 €, Familie mit einem Verdiener | meist GKV |
| Selbstständig mit stabil hohem Einkommen | PKV prüfen, auf Krankentagegeld achten |
| Selbstständig mit schwankendem Einkommen | meist GKV |
| Vorerkrankungen oder laufende Therapie | meist GKV, Zusatzversicherung prüfen |
| Über 50 | nur nach genauer Rechnung bis ins Rentenalter |
Wer in der GKV bleibt und mehr Leistung möchte, etwa beim Zahnersatz oder im Krankenhaus, kann gezielt mit einer Krankenzusatzversicherung oder einer Zahnzusatzversicherung aufstocken.
Häufige Fragen
Ab welchem Einkommen kann ich 2026 in die PKV wechseln?
Als Angestellter ab einem regelmäßigen Bruttojahresentgelt von mehr als 77.400 €. Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld zählen mit, wenn sie vertraglich zugesagt sind. Du kannst zum Ende des Kalenderjahres wechseln, in dem du die Grenze überschreitest, sofern du sie auch im Folgejahr voraussichtlich überschreitest. Wer die Grenze erstmals bei einem neuen Arbeitgeber überschreitet, kann sofort wechseln.
Ist die PKV im Alter immer teurer als die GKV?
Nicht immer, aber oft. Es hängt vom Tarif, vom Eintrittsalter und davon ab, wie hoch deine Einkünfte im Alter sind. Mit hoher gesetzlicher Rente und Betriebsrente zahlst du auch in der GKV viel. Mit kleiner Rente ist die GKV meist günstiger.
Kann ich in der PKV später einen günstigeren Tarif wählen?
Ja. Du hast das Recht, innerhalb deines Versicherers in einen gleichartigen Tarif zu wechseln. Deine Altersrückstellungen nimmst du dabei mit. Für Mehrleistungen im neuen Tarif kann der Versicherer eine Gesundheitsprüfung oder einen Zuschlag verlangen.
Was passiert mit meinen Kindern, wenn ich in die PKV wechsle?
Sind beide Eltern privat versichert, werden auch die Kinder privat versichert. Bist du verheiratet, verdienst mehr als dein gesetzlich versicherter Partner und liegst über der Pflichtgrenze, ist die beitragsfreie Familienversicherung für die Kinder ebenfalls ausgeschlossen. Neugeborene kannst du ohne Gesundheitsprüfung privat versichern, wenn du sie innerhalb von zwei Monaten anmeldest.
So gehst du vor
- Zugang prüfen: Liegt dein Einkommen über 77.400 €, bist du selbstständig oder verbeamtet?
- GKV-Beitrag aufschreiben: Deinen Anteil an Kranken- und Pflegeversicherung findest du auf der Gehaltsabrechnung.
- Familienplanung einrechnen: Wie viele Personen müssten in der PKV versichert werden, jetzt und in zehn Jahren?
- Angebote einholen: Im PKV-Vergleich Tarife mit gleicher Leistung gegen deinen GKV-Beitrag stellen.
- Bis ins Alter rechnen: Beitragssteigerungen und Rentenzuschuss realistisch ansetzen, erst dann entscheiden.
Stand: Oktober 2026, Beitragswerte für 2026. Mehr Vergleiche findest du in der Themenwelt Versicherungen.