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Private Krankenversicherung vergleichen
Zugang, Beiträge im Alter und Regeln für Beamte, Studierende und Ältere.
Prüf vorher, ob du überhaupt in die PKV darfst: als Angestellter mit mehr als 77.400 Euro brutto im Jahr (2026), als Selbstständiger, Beamter oder Student. Halte für den Rechner deinen Beruf, dein Geburtsdatum und deine gewünschte Selbstbeteiligung bereit.
Wer in die PKV darf
- Angestellte: erst, wenn das Bruttoeinkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt. 2026 sind das 77.400 Euro im Jahr. Die Grenze steigt fast jedes Jahr.
- Selbstständige und Freiberufler: egal wie hoch das Einkommen ist.
- Beamte und Beamtenanwärter: Der Dienstherr zahlt über die Beihilfe einen Teil der Krankheitskosten, die PKV deckt den Rest.
- Studierende: Wer sich zu Beginn des Studiums von der Versicherungspflicht befreien lässt, kann in die PKV. Die Befreiung gilt für das ganze Studium und lässt sich nicht widerrufen.
Wie sich der Beitrag berechnet
In der gesetzlichen Kasse zahlst du einen Prozentsatz deines Einkommens. In der PKV hängt der Beitrag von Eintrittsalter, Gesundheit und gewähltem Leistungsumfang ab, nicht vom Einkommen. Für junge, gesunde Gutverdiener ist die PKV deshalb oft günstiger. Jedes Familienmitglied braucht aber einen eigenen Vertrag. Kinder kosten je nach Tarif einen zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Betrag im Monat.
Ein Teil deines Beitrags fließt in Altersrückstellungen, die die Beiträge im Alter dämpfen sollen. Trotzdem steigen die Beiträge über die Jahre, weil die Gesundheitskosten steigen. Rechne damit, dass sich dein Beitrag über ein Berufsleben deutlich erhöht, und plane im Rentenalter einen Puffer ein. Angestellte bekommen die Hälfte des Beitrags vom Arbeitgeber, höchstens bis zum Arbeitgeberanteil in der gesetzlichen Kasse. Als Rentner gibt es nur noch einen Zuschuss der Rentenversicherung, der sich an deiner gesetzlichen Rente bemisst.
Beamte: Beihilfe plus Restkostentarif
Beim Bund übernimmt die Beihilfe 50 Prozent der Krankheitskosten, mit zwei oder mehr Kindern 70 Prozent, im Ruhestand ebenfalls 70 Prozent. Kinder bekommen 80 Prozent. Die Länder haben eigene Regeln mit ähnlichen Sätzen. Du versicherst nur den Rest privat. Das macht die PKV für Beamte fast immer günstiger als die gesetzliche Kasse, in der du den vollen Beitrag allein zahlen würdest. Achte auf eine Beihilfeergänzung, die Leistungen abdeckt, die die Beihilfe nicht zahlt, und darauf, dass der Tarif sich automatisch an einen geänderten Beihilfesatz anpasst.
Studierende
Bis 25 bist du meist kostenlos über die Familienversicherung der Eltern in der gesetzlichen Kasse versichert. Danach gibt es den günstigen Studententarif der gesetzlichen Kassen. Sind deine Eltern privat versichert oder bist du Beamtenkind mit Beihilfe, kann ein privater Ausbildungstarif günstiger sein. Bedenke die unwiderrufliche Befreiung, bevor du dich entscheidest.
Ab 55: kaum ein Weg zurück
Wer nach dem 55. Geburtstag versicherungspflichtig wird, kommt in der Regel nicht mehr in die gesetzliche Kasse, wenn er in den fünf Jahren davor überwiegend privat versichert war. Ein Wechsel in die PKV ist deshalb eine Entscheidung für den Rest des Lebens. Wer schon privat versichert ist und die Beiträge zu hoch findet, sollte zuerst einen Tarifwechsel beim eigenen Versicherer prüfen. Das ist dein gesetzliches Recht, die Altersrückstellungen bleiben dabei erhalten. Für Ältere gibt es außerdem den Basistarif mit gedeckeltem Beitrag.
Leistungen, die du vergleichen solltest
- Zahnersatz: Wie viel Prozent werden erstattet, und gibt es eine Zahnstaffel in den ersten Jahren?
- Psychotherapie: Begrenzte Sitzungszahlen sind eine häufige Lücke.
- Hilfsmittel: Offener Katalog statt einer abschließenden Liste.
- Krankentagegeld: Für Selbstständige wichtig, weil sonst ab dem ersten Krankheitstag Einkommen fehlt.
- Selbstbeteiligung: Senkt den Beitrag. Für Angestellte lohnt sie sich weniger, weil der Arbeitgeber sie nicht mitträgt.
Gesundheitsfragen
Der Versicherer fragt nach Behandlungen der letzten Jahre. Verschwiegene Diagnosen können den Versicherungsschutz kosten. Fordere vor dem Antrag deine Patientenakten an und beantworte jede Frage vollständig. Bei Vorerkrankungen hilft eine anonyme Risikovoranfrage über einen Makler.
Wechsel gut vorbereiten
Kündige deine gesetzliche Kasse erst, wenn die Zusage der PKV vorliegt. Lass dir eine Kopie des Antrags mit allen Gesundheitsangaben geben und heb sie auf. Leg dir außerdem ein Polster für die ersten Arztrechnungen an, denn in der PKV zahlst du meist zuerst selbst und reichst die Rechnung dann ein.
Plane außerdem die Beiträge für Kinder ein, die du später bekommen könntest. Neugeborene kannst du ohne Gesundheitsprüfung versichern, wenn du sie innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt anmeldest.
Passt dazu: Krankenzusatzversicherung, Pflegezusatzversicherung. Mehr im Ratgeber: Versicherungen checken, oder alle Versicherungsvergleiche.
Häufige Fragen
Ab welchem Einkommen darf ich in die private Krankenversicherung?
Als Angestellter, wenn dein Bruttoeinkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt. 2026 sind das 77.400 Euro im Jahr. Selbstständige, Beamte und Studierende mit Befreiung dürfen egal wie hoch das Einkommen ist wechseln.
Kann ich aus der PKV zurück in die gesetzliche Krankenversicherung?
Nur, wenn du wieder versicherungspflichtig wirst, etwa weil dein Gehalt unter die Grenze fällt, und noch nicht 55 bist. Ab 55 ist die Rückkehr in den meisten Fällen ausgeschlossen.
Wie viel zahlt die Beihilfe für Beamte?
Beim Bund 50 Prozent, mit zwei oder mehr Kindern 70 Prozent, im Ruhestand 70 Prozent und für Kinder 80 Prozent. Die Länder haben eigene, ähnliche Regeln. Den Rest deckt ein privater Restkostentarif.
Was kann ich tun, wenn mein PKV-Beitrag zu hoch wird?
Zuerst einen Tarifwechsel beim eigenen Versicherer prüfen. Das ist dein gesetzliches Recht, und deine Altersrückstellungen bleiben erhalten. Auch eine höhere Selbstbeteiligung oder der Verzicht auf Zusatzleistungen senkt den Beitrag.
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