Pflegezusatzversicherung vergleichen

Pflegetagegeld, Pflegekosten und Pflege-Bahr zur Lücke der Pflegekasse.

Überleg vorher, wie viel Geld dir im Pflegefall monatlich fehlen würde. Für den Rechner reicht die gewünschte Pflegerente oder das Tagegeld im höchsten Pflegegrad, die niedrigeren Grade staffeln die Tarife daraus ab.

Illustration zum Vergleich Pflegezusatzversicherung

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Warum die Pflegekasse nicht reicht

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist eine Teilkasko. Sie zahlt je nach Pflegegrad feste Beträge, ohne Rücksicht darauf, was die Pflege wirklich kostet. Wer zu Hause von Angehörigen gepflegt wird, bekommt Pflegegeld: 347 Euro im Monat bei Pflegegrad 2, 599 Euro bei Pflegegrad 3, 800 Euro bei Pflegegrad 4 und 990 Euro bei Pflegegrad 5.

Im Pflegeheim zahlt die Kasse einen Zuschuss für die Pflege. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten trägst du selbst. Der Eigenanteil liegt in vielen Heimen bei mehreren tausend Euro im Monat. Reicht deine Rente nicht, wird zuerst dein Vermögen verwendet, dann können Kinder zum Unterhalt herangezogen werden, wenn sie mehr als 100.000 Euro brutto im Jahr verdienen.

Drei Arten der Pflegezusatzversicherung

Pflege-Bahr: 5 Euro vom Staat

Für geförderte Pflegetagegeldtarife gibt es 5 Euro Zulage im Monat, wenn du mindestens 10 Euro selbst zahlst. Der Vorteil: Der Versicherer darf niemanden wegen Vorerkrankungen ablehnen und keine Risikozuschläge verlangen. Der Nachteil: Die Leistungen sind oft niedrig, und weil auch Kranke aufgenommen werden, sind die Beiträge im Verhältnis höher. Gesunde fahren mit einem ungeförderten Tarif meist besser. Für Menschen mit Vorerkrankungen ist der Pflege-Bahr oft die einzige Möglichkeit.

Worauf du beim Vergleich achtest

Wann der Abschluss sinnvoll ist

Je früher du abschließt, desto günstiger und einfacher ist es. Mit 40 bekommst du die meisten Tarife noch ohne Probleme, mit 60 werden Gesundheitsfragen zur Hürde und die Beiträge deutlich höher. Pflegetagegeldtarife sind nach Art der Krankenversicherung kalkuliert, die Beiträge können also steigen. Plane das ein und wähle eine Leistung, die du dir auch in 20 Jahren noch leisten kannst.

Rechne grob: Was kostet ein Heimplatz in deiner Region, was zahlt die Pflegekasse, und wie viel davon kann deine Rente tragen? Die Lücke ist die Leistung, die du absichern willst.

Rechenbeispiel Pflegeheim

Angenommen, der Eigenanteil im Heim liegt in deiner Region bei 3.000 Euro im Monat und deine Rente bei 1.600 Euro. Dann fehlen 1.400 Euro im Monat, über drei Jahre gut 50.000 Euro. Ein Pflegetagegeld von 50 Euro pro Tag im Pflegegrad 5, gestaffelt auf die niedrigeren Grade, deckt einen großen Teil dieser Lücke. Prüf die aktuellen Eigenanteile der Heime in deiner Nähe, sie unterscheiden sich stark je nach Bundesland.

Pflege für die Eltern absichern

Auch Kinder können für ihre Eltern einen Vertrag abschließen und die Beiträge zahlen. Versicherte Person bleibt der Elternteil, er muss die Gesundheitsfragen beantworten. Ab etwa 70 nehmen viele Versicherer keine neuen Kunden mehr an.

So nutzt du den Vergleich

Stell die Leistung für Pflegegrad 5 ein und schau, wie viel der Tarif in den Graden 2 bis 4 zahlt. Vergleiche Beitragsbefreiung, Dynamik und Wartezeit. Beantworte die Gesundheitsfragen vollständig.

Frag nach, ob der Tarif auch bei Demenz ohne körperliche Einschränkungen zahlt. Seit Einführung der Pflegegrade wird Demenz berücksichtigt, ältere Verträge regeln das teils anders.

Passt dazu: Krankenzusatzversicherung, private Krankenversicherung. Mehr im Ratgeber: Versicherungen checken, oder alle Versicherungsvergleiche.

Häufige Fragen

Ab wann lohnt sich eine Pflegezusatzversicherung?
Am günstigsten ist der Abschluss mit 30 bis 45, solange du gesund bist. Mit zunehmendem Alter steigen die Beiträge, und Vorerkrankungen können zur Ablehnung führen.
Was ist besser: Pflegetagegeld oder Pflegekostenversicherung?
Für die meisten ist Pflegetagegeld besser, weil du das Geld frei verwenden kannst, auch wenn Angehörige pflegen. Die Pflegekostenversicherung erstattet nur nachgewiesene Kosten.
Was ist der Pflege-Bahr?
Ein staatlich geförderter Pflegetagegeldtarif: Du zahlst mindestens 10 Euro im Monat und bekommst 5 Euro Zulage. Der Versicherer darf niemanden wegen Vorerkrankungen ablehnen. Für Gesunde sind ungeförderte Tarife meist günstiger.

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