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Rürup-Rente vergleichen
Steuervorteil, Kosten und Auszahlungsregeln der Rürup- oder Basisrente im Überblick.
Halte deinen Steuerbescheid bereit: Dein Grenzsteuersatz entscheidet, wie viel dir die Rürup-Rente heute bringt. Für den Rechner brauchst du Geburtsdatum, gewünschten Rentenbeginn und den Betrag, den du jährlich oder monatlich einzahlen willst.
Was die Rürup-Rente ist
Die Rürup-Rente, offiziell Basisrente, ist eine private Altersvorsorge mit den gleichen Steuerregeln wie die gesetzliche Rente. Du zahlst Beiträge ein, die du in der Steuererklärung als Sonderausgaben absetzen kannst. Im Alter bekommst du eine lebenslange monatliche Rente, die dann versteuert wird. Gedacht war sie vor allem für Selbstständige, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung sind. Sie steht aber allen offen.
Der Steuervorteil heute
Beiträge zur Basisrente sind seit 2023 zu 100 Prozent als Sonderausgaben abziehbar, bis zu einem Höchstbetrag, der jedes Jahr steigt. Auf diesen Höchstbetrag werden Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet, bei Angestellten einschließlich des Arbeitgeberanteils. Selbstständige ohne Rentenversicherungspflicht können den Höchstbetrag deshalb voll nutzen, abzüglich ihrer Beiträge an ein Versorgungswerk. Angestellten bleibt nur der Rest.
Wie viel du sparst, hängt von deinem Grenzsteuersatz ab. Zahlst du 5.000 Euro ein und liegt dein Grenzsteuersatz bei 42 Prozent, bekommst du rund 2.100 Euro Steuern zurück, zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, falls fällig. Bei 25 Prozent sind es nur 1.250 Euro. Je höher dein Einkommen, desto mehr lohnt sich die Basisrente.
Die Steuer im Alter
Die Rente wird nachgelagert besteuert. Beginnt die Rente 2026, sind 84 Prozent steuerpflichtig. Für jeden späteren Rentenjahrgang steigt der Anteil um einen halben Prozentpunkt, bis 2058 die volle Rente steuerpflichtig ist. Der Vorteil entsteht dadurch, dass dein Steuersatz im Alter meist niedriger ist als im Berufsleben. Rechne beide Seiten durch: Wer im Alter hohe andere Einkünfte hat, etwa aus Vermietung, profitiert weniger.
Die starren Regeln
- Keine Kapitalauszahlung: Das Geld fließt ausschließlich als lebenslange Rente. Eine Einmalzahlung ist nur bei Kleinstbeträgen möglich.
- Frühestens ab 62: Für Verträge seit 2012 beginnt die Rente frühestens mit dem 62. Geburtstag.
- Nicht kündbar, nicht beleihbar, nicht übertragbar: Du kannst den Vertrag nur beitragsfrei stellen oder zu einem anderen Basisrentenvertrag wechseln.
- Nicht frei vererbbar: Stirbst du früh, geht das Geld an die Versichertengemeinschaft, außer du hast eine Hinterbliebenenrente für Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder vereinbart.
Diese Regeln haben auch einen Vorteil: Das Vermögen in einer Basisrente ist in der Ansparphase weitgehend vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt. Für Selbstständige mit Haftungsrisiken kann das wichtig sein.
Worauf du beim Vergleich achtest
- Kosten in Prozentpunkten: Das Produktinformationsblatt für Basisrenten folgt einem einheitlichen Muster. Vergleiche die Effektivkosten direkt.
- Flexible Beiträge: Gerade Selbstständige mit schwankendem Einkommen brauchen Zuzahlungen und Beitragspausen ohne Zusatzkosten.
- Rentenfaktor: Wie viel Rente gibt es je 10.000 Euro Kapital, und ist der Wert garantiert?
- Fondsauswahl: Günstige ETFs und kostenlose Fondswechsel verbessern die Rendite.
- Hinterbliebenenschutz: Brauchst du eine Rentengarantie oder eine Absicherung für deinen Partner?
Für wen sich die Rürup-Rente lohnt
Am meisten profitieren Selbstständige mit gutem Einkommen, die keine gesetzliche Rente aufbauen und Steuern sparen wollen. Auch Gutverdiener unter den Angestellten und Beamte können den Steuervorteil nutzen, wenn sie das Geld sicher bis zur Rente nicht brauchen. Wer wenig verdient, flexibel bleiben oder Vermögen vererben will, ist mit einem ETF-Sparplan oder einer privaten Rentenversicherung besser beraten.
Ein guter Zeitpunkt für Einzahlungen ist das Jahresende, wenn du dein Jahreseinkommen absehen kannst. Viele Tarife erlauben Einmalbeiträge, mit denen du den Steuervorteil gezielt nutzt.
Rürup oder private Rentenversicherung?
Beide zahlen eine lebenslange Rente. Die private Rentenversicherung bietet keinen Steuervorteil beim Einzahlen, dafür wird im Alter nur der Ertragsanteil versteuert, und du kannst dir das Kapital auch auf einmal auszahlen lassen. Die Rürup-Rente spart heute Steuern, wird im Alter fast voll versteuert und ist an strenge Regeln gebunden. Wer einen hohen Steuersatz hat und sicher bis zur Rente sparen kann, fährt mit Rürup meist besser. Wer flexibel bleiben will, wählt die private Rentenversicherung oder kombiniert beides.
So nutzt du den Vergleich
- Aus dem letzten Steuerbescheid deinen Grenzsteuersatz ablesen.
- Prüfen, wie viel vom Höchstbetrag nach Abzug der gesetzlichen Rentenbeiträge übrig ist.
- Angebote nach Effektivkosten und Flexibilität vergleichen.
Passt dazu: private Rentenversicherung, Riester-Rente. Mehr im Ratgeber: Versicherungen checken, oder alle Versicherungsvergleiche.
Häufige Fragen
Wie viel Steuern spare ich mit der Rürup-Rente?
Das hängt von deinem Grenzsteuersatz ab. Bei 42 Prozent bekommst du für 5.000 Euro Beitrag rund 2.100 Euro Einkommensteuer zurück, bei 25 Prozent rund 1.250 Euro. Bei niedrigem Steuersatz bleibt nach der Besteuerung im Alter oft wenig übrig. Beiträge zur gesetzlichen Rente werden auf den Höchstbetrag angerechnet.
Kann ich mir die Rürup-Rente auszahlen lassen?
Nein. Die Basisrente wird nur als lebenslange monatliche Rente gezahlt, frühestens ab 62. Eine Kapitalauszahlung ist nur bei Kleinstbeträgen möglich.
Was passiert mit der Rürup-Rente, wenn ich sterbe?
Ohne Zusatzvereinbarung verfällt das Guthaben zugunsten der Versichertengemeinschaft. Mit einer Hinterbliebenenrente kann es an Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder gehen, an andere Erben nicht.
Für wen lohnt sich die Rürup-Rente?
Vor allem für Selbstständige und Gutverdiener mit hohem Steuersatz, die das Geld bis zur Rente sicher nicht brauchen. Wer flexibel bleiben will, ist mit einem ETF-Sparplan besser beraten.
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