Depot eröffnen und ETF-Sparplan starten

So eröffnest du dein erstes Depot und startest einen ETF-Sparplan — ohne Vorwissen und ohne hohe Kosten.

9 Min. Lesezeit ·Aktualisiert am 11. Oktober 2026

Das Wichtigste in Kürze

Auf den Punkt

  • Ein Depot ist nichts anderes als ein Konto für Wertpapiere — die Eröffnung ist kostenlos und dauert wenige Minuten.
  • ETF-Sparpläne starten ab 25 € im Monat und laufen automatisch. Du musst dich nicht täglich mit der Börse beschäftigen.
  • Wichtig: Erst den Notgroschen aufbauen, dann investieren. Reihenfolge zählt.
  • Depotgebühren unterscheiden sich stark. Der Depot-Vergleich zeigt dir, welche Anbieter bei Sparplänen wenig oder nichts kosten.
  • Dieser Ratgeber ist keine Anlageberatung — er erklärt dir den Weg zum ersten Sparplan.

Warum Sparbuch und Tagesgeld allein nicht reichen

Wenn du 10.000 € auf dem Tagesgeldkonto liegen hast und dafür 2,5 % Zinsen bekommst, klingt das erst mal ordentlich. Aber die Inflation lag in Deutschland in den letzten Jahren meistens zwischen 2 und 6 Prozent. In vielen Jahren wächst dein Geld also langsamer, als die Preise steigen — unterm Strich verlierst du Kaufkraft.

Das heißt nicht, dass Tagesgeld schlecht ist. Es ist der richtige Platz für deinen Notgroschen und für Geld, das du in den nächsten ein bis drei Jahren brauchst. Aber für alles, was darüber hinausgeht — also Geld, das du 10, 15 oder 20 Jahre nicht anfassen musst — gibt es bessere Möglichkeiten.

Genau hier kommen ETFs ins Spiel. ETFs (Exchange Traded Funds) sind Fonds, die einen ganzen Aktienindex nachbilden. Statt eine einzelne Aktie zu kaufen, investierst du mit einem einzigen ETF in Hunderte oder Tausende Unternehmen gleichzeitig. Das streut das Risiko breit — und historisch gesehen haben breit gestreute Aktien-ETFs über lange Zeiträume deutlich mehr Rendite gebracht als Sparbuch oder Festgeld.

Was kostet ein Depot?

Ein Depot zu eröffnen kostet bei den meisten Anbietern nichts. Die Unterschiede stecken in den laufenden Gebühren. Diese drei Posten solltest du prüfen:

Kostenart Was steckt dahinter? Typische Spanne
Depotführung Grundgebühr für das Depot selbst 0 € bis 30 €/Jahr
Orderkosten Gebühr pro Kauf oder Verkauf 0 € bis 10 € pro Order
Sparplangebühren Kosten pro automatischer Sparplan-Ausführung 0 € bis 1,50 € pro Ausführung

Gerade für ETF-Sparpläne lohnt sich ein Anbieter ohne Sparplangebühren. Bei 12 Ausführungen im Jahr und 1,50 € pro Stück zahlst du sonst 18 € nur an Gebühren — das frisst bei kleinen Sparraten einen spürbaren Teil deiner Rendite.

Im Depot-Vergleich siehst du auf einen Blick, welche Anbieter kostenlose Sparpläne anbieten und wo versteckte Kosten lauern.

ETF-Sparplan: Der einfachste Einstieg

Ein ETF-Sparplan funktioniert wie ein Dauerauftrag: Du legst einen Betrag fest (ab 25 € im Monat), wählst einen ETF und das Depot kauft automatisch jeden Monat Anteile für dich. Du musst keine Kurse beobachten, keine Kauf-Zeitpunkte abpassen und keine komplizierten Entscheidungen treffen.

Die beiden bekanntesten Basis-Indizes für einen ersten ETF-Sparplan sind:

  • MSCI World — rund 1.400 Unternehmen aus 23 Industrieländern
  • FTSE All-World — über 4.000 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern

Beide bilden die Weltwirtschaft breit ab. Welcher besser zu dir passt, hängt von deinen Vorlieben ab. Viele Einsteiger starten mit einem einzigen ETF auf einen dieser Indizes — das reicht für den Anfang völlig aus.

Falls du dich mit der Auswahl unsicher fühlst: Ein Robo-Advisor übernimmt die ETF-Auswahl und das Rebalancing automatisch für dich. Das kostet etwas mehr Gebühren, nimmt dir aber die Entscheidung ab.

Was aus 100 € im Monat werden kann

Angenommen, du sparst 100 € pro Monat in einen breit gestreuten ETF-Sparplan. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Rendite von 6 % pro Jahr ergibt sich nach 15 Jahren folgendes Bild:

Kennzahl Betrag
Eingezahlt (100 € × 180 Monate) 18.000 €
Endwert nach 15 Jahren ca. 29.000 €
Davon Rendite ca. 11.000 €

Wichtiger Hinweis

  • Dieses Rechenbeispiel dient nur zur Veranschaulichung. Die tatsächliche Rendite kann höher oder niedriger ausfallen.
  • Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.
  • ETFs unterliegen Kursschwankungen — zwischenzeitliche Verluste sind normal und gehören dazu.

Der entscheidende Punkt: Durch den Zinseszinseffekt arbeitet dein Geld mit der Zeit immer stärker für dich. Je früher du anfängst, desto mehr profitierst du davon — selbst mit kleinen Beträgen.

Steuern: Freistellungsauftrag nicht vergessen

Auf Kapitalerträge — also Dividenden und Gewinne beim Verkauf — fällt Abgeltungssteuer an (25 % plus Soli und ggf. Kirchensteuer). Aber: Jeder hat einen Freibetrag von 1.000 € pro Jahr (Paare: 2.000 €). Erst wenn deine Erträge darüber liegen, wird Steuer fällig.

Damit dein Depot-Anbieter die Steuer nicht sofort abzieht, musst du einen Freistellungsauftrag einrichten. Das geht direkt im Online-Banking deines Depots — dauert zwei Minuten und spart dir bares Geld.

Falls du mehrere Konten und Depots hast, verteile den Freibetrag sinnvoll. Wenn du deine Finanzen insgesamt ordnen willst, hilft dir der Ratgeber Finanzen neu ordnen weiter.

So startest du deinen ersten Sparplan

  1. Notgroschen prüfen: Bevor du investierst, sollten 3 bis 6 Monatsausgaben als Rücklage auf dem Tagesgeldkonto liegen. Ohne Puffer kann dich ein unerwarteter Ausgabenposten dazu zwingen, ETF-Anteile mit Verlust zu verkaufen.
  2. Sparrate festlegen: Rechne aus, was du monatlich übrig hast, nachdem alle Fixkosten und dein Notgroschen bedient sind. Starte lieber mit 50 € und erhöhe später, als mit 300 € zu starten und nach drei Monaten aufzuhören.
  3. Depot eröffnen: Vergleiche die Anbieter im Depot-Vergleich und achte auf kostenlose Sparplanausführung. Die Eröffnung funktioniert online per Video-Ident oder Post-Ident — in der Regel bist du in 10 bis 15 Minuten fertig.
  4. ETF auswählen: Für den Anfang reicht ein breit gestreuter Welt-ETF (MSCI World oder FTSE All-World). Achte auf niedrige laufende Kosten (TER unter 0,3 %) und ein möglichst großes Fondsvolumen.
  5. Sparplan einrichten: Lege Betrag, Intervall (monatlich) und Ausführungstag fest. Die meisten Depots bieten den 1. oder 15. des Monats an.
  6. Freistellungsauftrag einrichten: Stelle sicher, dass dein Freibetrag (1.000 € bzw. 2.000 € für Paare) beim Depot-Anbieter hinterlegt ist — sonst führt er unnötig Steuer ab.

Typische Anfängerfehler

Der Einstieg in ETFs ist unkompliziert — aber es gibt ein paar Stolperfallen, die du kennen solltest:

  • Zu viel auf einmal investieren: Steck nicht deine gesamten Ersparnisse in ETFs. Dein Notgroschen bleibt auf dem Tagesgeldkonto, nicht im Depot.
  • Ständig kaufen und verkaufen: Ein ETF-Sparplan ist auf Jahre angelegt. Wer bei jedem Kursrutsch verkauft und bei Höchstständen nachkauft, zahlt unnötig Gebühren und verpasst langfristige Rendite.
  • Einzelne Aktien ohne Plan: Einzelaktien sind kein Ersatz für einen breit gestreuten ETF. Wenn du einzelne Titel kaufen willst, mach das mit Spielgeld — nicht mit deiner Altersvorsorge.
  • Zu kompliziert starten: Drei ETFs, zwei Regionen-Gewichtungen und ein Anleihen-Anteil — das kannst du später machen. Am Anfang reicht ein einziger Welt-ETF.

Was Einsteiger wissen wollen

Wie viel Geld brauche ich, um ein Depot zu eröffnen?

Gar keins. Die Depoteröffnung ist bei den meisten Anbietern kostenlos, und ETF-Sparpläne starten oft schon ab 25 € im Monat. Du brauchst kein großes Startkapital — regelmäßiges Sparen zählt mehr als die Höhe des Einstiegsbetrags.

Kann ich mein Geld jederzeit wieder auszahlen?

Ja. Anders als bei Festgeld kannst du ETF-Anteile jederzeit verkaufen und dir das Geld auszahlen lassen. Aber: Wenn die Kurse gerade im Minus stehen, realisierst du einen Verlust. Deshalb gilt die Faustregel, nur Geld zu investieren, das du mindestens 10 Jahre nicht brauchst.

Ist ein ETF-Sparplan sicher?

ETFs unterliegen Kursschwankungen — dein Depotwert kann zwischenzeitlich sinken. Das ist normal. Historisch gesehen haben breit gestreute ETFs über Zeiträume von 15 Jahren und mehr aber bisher immer eine positive Rendite erzielt. Wichtig: Das ist keine Garantie für die Zukunft, aber ein guter Grund, langfristig zu denken. Das Depot selbst ist übrigens Sondervermögen und im Fall einer Bankpleite geschützt.

Was ist der Unterschied zwischen einem Depot und einem Girokonto?

Dein Girokonto ist für den Zahlungsverkehr da — Gehalt, Miete, Einkäufe. Ein Depot ist ein separates Konto, auf dem du Wertpapiere wie ETFs, Aktien oder Fonds aufbewahrst. Überweisungen laufen nicht über das Depot, sondern über ein sogenanntes Verrechnungskonto, das bei der Eröffnung automatisch eingerichtet wird.

Leg los

Du hast deinen Notgroschen zusammen und willst dein Geld sinnvoller anlegen als auf dem Sparbuch? Dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, dein erstes Depot zu eröffnen. Vergleiche die Anbieter, achte auf kostenlose Sparpläne und starte mit einem Betrag, bei dem du dich wohlfühlst.

Du musst nicht alles auf einmal machen. Aber den ersten Schritt — Depot eröffnen und Sparplan einrichten — den kannst du heute noch erledigen.

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