Das Wesentliche
- Festgeld bringt dir aktuell 2,5–3,5 % Zinsen pro Jahr – deutlich mehr als die meisten Tagesgeldkonten.
- Dein Geld ist für eine feste Laufzeit gebunden (6 Monate bis 3 Jahre). Vorher kommst du in der Regel nicht ran.
- Bis 100.000 € pro Bank sind durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt – auch bei ausländischen EU-Banken.
- Eine Festgeldleiter (verschiedene Laufzeiten kombinieren) hält dich flexibel und sichert dir trotzdem gute Zinsen.
- Festgeld ist ideal für Geld, das du erst in 1–3 Jahren brauchst. Für den Notgroschen bleibt Tagesgeld die bessere Wahl.
Was ist Festgeld – und warum lohnt es sich gerade?
Festgeld funktioniert simpel: Du legst einen Betrag für eine feste Laufzeit bei einer Bank an. Im Gegenzug bekommst du einen garantierten Zinssatz, der sich während der Laufzeit nicht ändert. Egal, was die EZB in der Zwischenzeit macht – dein Zins steht.
Der Haken: An dein Geld kommst du vor Ablauf der Laufzeit normalerweise nicht ran. Keine vorzeitige Kündigung, kein Teilbetrag abheben. Das Geld ist wirklich weg – jedenfalls bis zum vereinbarten Termin.
Genau deshalb zahlen Banken dir höhere Zinsen als beim Tagesgeld. Stand Herbst 2026 liegen die Zinsen je nach Laufzeit bei 2,5 bis 3,5 % pro Jahr. Das klingt nach wenig Unterschied, macht bei größeren Beträgen aber spürbar was aus.
Festgeld passt, wenn du einen Betrag hast, den du in den nächsten 1–3 Jahren nicht anfassen musst. Urlaubskasse, Rücklage für eine größere Anschaffung, Eigenkapital für später – alles, wo du den Zeitpunkt grob kennst.
Festgeld vs. Tagesgeld: Was wofür?
Beide Anlageformen sind sicher und einfach. Aber sie lösen unterschiedliche Probleme. Hier der direkte Vergleich:
| Festgeld | Tagesgeld | |
|---|---|---|
| Zinssatz | Fest, höher (2,5–3,5 %) | Variabel, niedriger (2,0–2,8 %) |
| Verfügbarkeit | Erst nach Laufzeitende | Täglich |
| Zinssicherheit | Garantiert über gesamte Laufzeit | Kann jederzeit sinken |
| Einlagensicherung | 100.000 € pro Bank | 100.000 € pro Bank |
| Ideal für | Geld, das du 1–3 Jahre nicht brauchst | Notgroschen, kurzfristige Rücklagen |
Die Faustregel: Dein Notgroschen (3–6 Nettogehälter) gehört aufs Tagesgeld – da brauchst du sofortigen Zugriff. Alles darüber hinaus, was du mittelfristig nicht anrühren musst, bringt dir auf dem Festgeldkonto mehr. Einen Überblick über aktuelle Tagesgeldkonten findest du im Tagesgeld-Vergleich.
Die richtige Laufzeit wählen
Festgeld gibt es mit Laufzeiten von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren. Die häufigsten Optionen:
| Laufzeit | Typischer Zins (Herbst 2026) | Passt, wenn… |
|---|---|---|
| 6 Monate | 2,5–2,8 % | …du das Geld bald brauchst, aber nicht sofort |
| 12 Monate | 2,8–3,2 % | …du ein Jahr warten kannst – der beliebteste Kompromiss |
| 24 Monate | 3,0–3,4 % | …du länger nicht ans Geld musst |
| 36 Monate | 3,0–3,5 % | …du maximale Zinssicherheit willst |
Wichtig: Längere Laufzeit heißt nicht automatisch mehr Zinsen. Manchmal sind die Unterschiede zwischen 2 und 3 Jahren minimal. Dann lohnt sich die kürzere Laufzeit, weil du früher wieder flexibel bist. Schau dir im Festgeld-Vergleich die aktuellen Konditionen an, bevor du dich festlegst.
Die Festgeldleiter: Flexibilität trotz fester Laufzeit
Statt alles auf eine Laufzeit zu setzen, verteilst du dein Geld auf mehrere. Das nennt sich Festgeldleiter. Beispiel mit 15.000 €:
- 5.000 € auf 6 Monate
- 5.000 € auf 12 Monate
- 5.000 € auf 24 Monate
So wird alle paar Monate ein Teil frei. Du kannst das Geld dann neu anlegen (vielleicht zu besseren Konditionen) oder verwenden, falls sich deine Pläne ändern. Das nimmt dir die Angst, zu lange gebunden zu sein.
Was bringt Festgeld konkret?
Angenommen, du hast 20.000 €, die du ein Jahr lang nicht brauchst. Du stellst dir die Frage: Tagesgeld oder Festgeld?
| Festgeld (3,2 %) | Tagesgeld (2,5 %) | |
|---|---|---|
| Anlagesumme | 20.000 € | 20.000 € |
| Laufzeit | 12 Monate | 12 Monate |
| Zinsen nach 1 Jahr | 640 € | 500 € |
| Unterschied | +140 € mehr mit Festgeld | |
140 € mehr – für buchstäblich nichts tun. Du eröffnest einmal das Konto, überweist das Geld und wartest. Beim Tagesgeld kommt noch dazu, dass der Zinssatz in der Zwischenzeit sinken kann. Beim Festgeld hast du die 3,2 % schwarz auf weiß.
Hinweis: Das Beispiel rechnet vereinfacht ohne Steuern. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.
Steuern und Einlagensicherung: Was du wissen musst
Einlagensicherung: Innerhalb der EU sind deine Einlagen bis 100.000 € pro Bank und Person gesetzlich geschützt. Das gilt auch für Banken in Frankreich, den Niederlanden oder Schweden, die du über Plattformen wie WeltSparen oder Zinspilot erreichst. Bei größeren Beträgen verteilst du einfach auf mehrere Banken.
Freistellungsauftrag: Zinserträge sind steuerpflichtig. Aber als Einzelperson hast du einen Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr (2.000 € bei gemeinsamer Veranlagung). Richte bei jeder Bank, bei der du Zinsen bekommst, einen Freistellungsauftrag ein – sonst zieht die Bank automatisch 25 % Abgeltungsteuer plus Soli ab.
Ausländische Banken: Viele der besten Festgeldzinsen kommen von Banken im EU-Ausland. Das ist völlig in Ordnung – die Einlagensicherung gilt trotzdem. Aber: Manche Länder erheben eine Quellensteuer auf Zinsen. Die kannst du dir über die Steuererklärung zurückholen, aber es ist zusätzlicher Aufwand. Plattformen wie WeltSparen zeigen dir vorher an, ob und wie viel Quellensteuer anfällt.
So legst du Festgeld an
- Budget prüfen: Wie viel Geld kannst du wirklich für 6–36 Monate entbehren? Dein Notgroschen bleibt auf dem Tagesgeld. Wenn du deine Finanzen erst sortieren willst, hilft dir der Tipp Finanzen neu ordnen.
- Laufzeit festlegen: Überlege, wann du das Geld brauchst. Im Zweifel lieber kürzer wählen oder eine Festgeldleiter bauen.
- Zinsen vergleichen: Schau dir im Festgeld-Vergleich die aktuellen Angebote an. Achte auf den effektiven Jahreszins, nicht auf Lockzinsen für Neukunden.
- Freistellungsauftrag einrichten: Verteile deinen Sparerpauschbetrag (1.000 €) auf die Banken, bei denen du Zinsen bekommst. So bleibt mehr netto.
- Automatische Verlängerung deaktivieren: Viele Banken verlängern das Festgeld automatisch – oft zu schlechteren Konditionen. Trage dir den Ablauftermin in den Kalender ein und entscheide dann neu.
Festgeld: Vier Fragen, vier Antworten
Komme ich vorzeitig an mein Festgeld ran?
In der Regel nicht. Genau das ist der Deal: Du gibst Flexibilität ab und bekommst dafür höhere Zinsen. Manche Banken bieten eine vorzeitige Kündigung an, verlangen dann aber eine Gebühr oder streichen die Zinsen komplett. Plane deshalb nur Geld ein, das du wirklich nicht vorher brauchst.
Ist Festgeld bei ausländischen Banken sicher?
Ja, solange die Bank in der EU sitzt. Die gesetzliche Einlagensicherung (100.000 € pro Bank und Person) gilt EU-weit. Plattformen wie WeltSparen oder Zinspilot prüfen die Banken zusätzlich. Wichtig: Achte darauf, dass es sich um eine EU-Bank handelt – nicht um eine Bank mit EU-Lizenz, die ihren Sitz außerhalb der EU hat.
Was passiert mit meinem Festgeld, wenn die Zinsen steigen?
Nichts. Dein Zinssatz ist festgeschrieben. Wenn die Zinsen während deiner Laufzeit steigen, bekommst du trotzdem nur den ursprünglich vereinbarten Zins. Genau deshalb ist eine Festgeldleiter sinnvoll: So kannst du Teilbeträge regelmäßig zu neuen Konditionen anlegen.
Wie viel Festgeld sollte ich anlegen?
Das hängt von deiner Situation ab. Als Faustregel: Alles, was über deinen Notgroschen (3–6 Nettogehälter auf dem Tagesgeldkonto) hinausgeht und das du in den nächsten 1–3 Jahren nicht brauchst, ist ein guter Kandidat für Festgeld. Bei Beträgen über 100.000 € verteile auf mehrere Banken.
Höhere Zinsen mitnehmen
Wenn du Geld hast, das in den nächsten Monaten nur auf dem Girokonto liegt und nichts verdient – ändere das. Prüfe, wie viel du entbehren kannst, wähle eine passende Laufzeit und sichere dir den Zinsvorteil. 140 € mehr pro Jahr bei 20.000 € klingen vielleicht nicht nach viel – aber es ist geschenktes Geld für fünf Minuten Aufwand.