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Roboadvisor vergleichen
Robo-Advisor nach Kostenquote, Mindestanlage und Strategie vergleichen.
Robo-Advisor unterscheiden sich stark in Gebührenmodellen, Mindestanlagesummen und Anlagestrategie. Ein Vergleich zeigt, welcher digitale Vermögensverwalter zu deinem Budget und Risikoprofil passt und welche versteckten Kosten anfallen.
Was ein Robo-Advisor macht
Ein Robo-Advisor ist eine digitale Vermögensverwaltung. Du beantwortest Fragen zu Anlageziel, Anlagedauer und Risikobereitschaft, daraus ergibt sich eine Strategie, meist aus ETFs mit Aktien- und Anleiheanteil. Der Robo-Advisor kauft für dich, verteilt Sparraten und stellt die Gewichtung regelmäßig wieder her, wenn sie durch Kursbewegungen verrutscht ist. Du musst selbst keine Fonds auswählen und nichts umschichten.
Worauf es ankommt
- Gesamtkosten: Addiere die Servicegebühr des Robo-Advisors und die laufenden Kosten der ETFs (TER). Beide werden als Prozentsatz deines Vermögens pro Jahr berechnet. Kleine Unterschiede summieren sich über 20 oder 30 Jahre spürbar.
- Mindestanlage und Sparplan: Manche starten erst ab einem höheren Einmalbetrag, andere schon mit kleinen Monatsraten.
- Anlagestrategie: Weltweit breit gestreut oder mit Schwerpunkten wie Nachhaltigkeit? Wie hoch ist der Aktienanteil in der gewählten Risikostufe?
- Aktiv oder passiv: Manche Robo-Advisor halten die Gewichtung einfach stabil, andere reagieren auf die Marktlage. Mehr Aktivität bedeutet nicht automatisch mehr Rendite.
- Flexibilität: Kannst du Sparraten pausieren, Geld kostenlos entnehmen und die Risikostufe ändern?
Rechne die Kosten in Euro aus: Bei 10.000 Euro Depotwert und Gesamtkosten von 1 Prozent zahlst du 100 Euro im Jahr, bei 0,5 Prozent 50 Euro. Mit wachsendem Depot steigt der Betrag mit. Manche Robo-Advisor staffeln die Gebühr und werden bei größeren Summen günstiger. Schau auch, ob es eine Mindestgebühr gibt, die bei kleinen Beträgen stark ins Gewicht fällt.
Robo-Advisor oder eigener ETF-Sparplan?
Ein ETF-Sparplan in einem eigenen Depot ist günstiger, weil die Servicegebühr wegfällt. Dafür kümmerst du dich selbst um Auswahl und Umschichtung. Für viele reicht ein einzelner, weltweit gestreuter Aktien-ETF plus Tagesgeld als sicherer Teil. Ein Robo-Advisor lohnt sich, wenn du dich darum nicht kümmern willst und dir die Disziplin wichtig ist, die eine automatische Verwaltung bringt. Die Servicegebühr ist der Preis für diese Bequemlichkeit.
Sicherheit
ETFs sind Sondervermögen. Geht der Robo-Advisor oder die Depotbank pleite, gehören die Fondsanteile weiterhin dir. Geld auf dem Verrechnungskonto ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Bank geschützt. Das Kursrisiko trägst du selbst: Je höher der Aktienanteil, desto stärker kann dein Depot zwischenzeitlich fallen. Wähle eine Risikostufe, bei der du in einem Kurssturz nicht verkaufen würdest.
Typische Fallen
- Zu kurzer Anlagehorizont: Aktienanlagen brauchen Zeit. Geld, das du in den nächsten Jahren brauchst, gehört nicht in eine aktienlastige Strategie.
- Risikostufe nach Bauchgefühl: In guten Börsenjahren wählen viele zu viel Risiko und verkaufen im Kurssturz mit Verlust. Beantworte die Fragen so, wie du dich in einem Kurssturz tatsächlich verhalten würdest.
- Versteckte Kosten: Prüf, ob in der Servicegebühr alles enthalten ist, auch Depotführung, Transaktionen und Umschichtungen.
- Häufiges Wechseln: Ein Wechsel zwischen Robo-Advisors bedeutet meist Verkauf, damit fallen auf Gewinne Steuern an.
Steuern
Erträge aus ETFs sind Kapitalerträge. Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr, für zusammen veranlagte Paare 2.000 Euro, bleiben sie steuerfrei (§ 20 EStG). Erteile dafür einen Freistellungsauftrag bei der Depotbank. Bei thesaurierenden Fonds fällt jährlich eine Vorabpauschale an, die ebenfalls über den Freistellungsauftrag läuft. Deutsche Depotbanken führen die Abgeltungsteuer automatisch ab.
Für wen sich ein Robo-Advisor lohnt
- Einsteiger, die langfristig anlegen wollen und keine Lust auf Fondsauswahl haben.
- Berufstätige ohne Zeit für regelmäßiges Umschichten.
- Sparer mit Sparplan, die eine feste Monatsrate automatisch anlegen wollen.
Weniger geeignet ist ein Robo-Advisor für alle, die gern selbst entscheiden, einzelne Aktien kaufen oder die Kosten so niedrig wie möglich halten wollen. Bevor du startest, sollte dein Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto liegen und teure Schulden abbezahlt sein.
Fristen und Kündigung
Robo-Advisor-Verträge sind meist jederzeit kündbar. Bei der Kündigung werden die Fondsanteile in der Regel verkauft und das Geld auf dein Referenzkonto überwiesen. Manche erlauben einen Übertrag der Anteile in ein anderes Depot. Frag danach, bevor du kündigst, dann musst du nicht verkaufen und Gewinne nicht sofort versteuern.
Wie du selbst ein Depot eröffnest und einen ETF-Sparplan einrichtest, zeigt der Ratgeber Depot eröffnen und ETF-Sparplan starten. Für Kinder gibt es den Vergleich Kinderdepot. Mehr unter Finanzen.
Häufige Fragen
Was kostet ein Robo-Advisor?
Eine jährliche Servicegebühr plus die laufenden Kosten der ETFs, beides als Prozentsatz deines Vermögens. Vergleiche die Summe beider Werte.
Ist ein Robo-Advisor besser als ein ETF-Sparplan?
Nicht in der Rendite, aber bequemer. Ein eigener ETF-Sparplan ist günstiger, dafür kümmerst du dich selbst um Auswahl und Umschichtung.
Ist mein Geld beim Robo-Advisor sicher?
ETFs sind Sondervermögen und gehören dir auch bei einer Pleite des Anbieters. Das Kursrisiko trägst du selbst.
Wie werden Gewinne beim Robo-Advisor versteuert?
Als Kapitalerträge. Bis 1.000 Euro im Jahr (2.000 Euro für zusammen veranlagte Paare) bleiben sie mit Freistellungsauftrag steuerfrei, darüber führt die Depotbank Abgeltungsteuer ab.
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