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Kinderdepot vergleichen
Sparplankosten bei kleinen Raten prüfen und die Freibeträge des Kindes nutzen.
Überleg dir vorher, wie viel du monatlich sparen willst und ob das Geld wirklich deinem Kind gehören soll. Im Rechner stellst du dann Ordergröße und Anzahl der Orders ein, denn bei kleinen Raten entscheiden die Kosten pro Ausführung.
Wem das Geld im Kinderdepot gehört
Ein Kinderdepot, bei vielen Banken Junior-Depot genannt, läuft auf den Namen deines Kindes. Was du einzahlst, gehört rechtlich dem Kind, auch wenn du es als Elternteil verwaltest. Du darfst es nicht einfach für dich zurückholen. Mit dem 18. Geburtstag ist dein Kind volljährig (§ 2 BGB) und entscheidet allein über das Depot. Auch dann, wenn du dir das Geld fürs Studium vorgestellt hast und dein Kind lieber ein Auto kauft.
Willst du die Kontrolle behalten, sparst du stattdessen in deinem eigenen Depot für das Kind. Dann bleibt das Geld deins, die Erträge versteuerst aber auch du.
Der Steuervorteil
Dein Kind hat einen eigenen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr (§ 20 Abs. 9 EStG). Bis zu dieser Höhe bleiben Dividenden, Zinsen und Kursgewinne mit einem Freistellungsauftrag steuerfrei. Hat dein Kind keine weiteren Einkünfte, kann es mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) noch mehr Erträge steuerfrei bekommen, weil dann zusätzlich der Grundfreibetrag greift (§ 32a EStG). Die NV-Bescheinigung beantragst du beim Finanzamt und reichst sie bei der Depotbank ein.
Ein Haken: Hat dein Kind eigene Einkünfte über einer bestimmten Grenze, fällt es aus der kostenlosen Familienversicherung der Krankenkasse. Maßgeblich ist das Gesamteinkommen, die Grenze steht in § 10 SGB V. Kapitalerträge zählen mit. Bei kleinen Sparplänen ist das kein Thema, bei größeren Summen solltest du die jährlichen Erträge im Blick behalten.
Einzahlen ist eine Schenkung
Was du ins Kinderdepot einzahlst, ist eine Schenkung an dein Kind. Pro Elternteil und Kind sind 400.000 Euro steuerfrei, bei Großeltern 200.000 Euro, jeweils zusammengerechnet über zehn Jahre (§ 16 ErbStG). Für normale Sparpläne ist das weit weg. Aber eine Schenkung kannst du nicht einfach zurücknehmen.
Worauf du im Vergleich achten solltest
- Depotführung: Sollte kostenlos sein, ohne Bedingungen.
- Sparplankosten: Bei kleinen Raten zählt jeder Euro. Kostet eine Ausführung 1,50 Euro und du sparst 25 Euro im Monat, gehen 6 Prozent jeder Rate an Gebühren.
- ETF-Auswahl: Prüf, ob dein gewünschter ETF als Sparplan verfügbar ist.
- Eröffnung: Meist brauchst du die Geburtsurkunde, die Steuer-ID des Kindes und die Zustimmung beider sorgeberechtigten Eltern. Manche Anbieter verlangen, dass ein Elternteil dort schon Kunde ist.
- Mit 18: Manche Anbieter wandeln das Depot automatisch in ein normales Depot um, bei anderen ändern sich dann Konditionen oder Gebühren. Lies das vorher nach.
Der Rechner ist auf drei Orders im Jahr zu je 500 Euro eingestellt. Passe die Werte an dein Sparmuster an, zum Beispiel zwölf Sparplanausführungen mit deiner Monatsrate.
Wie anlegen?
Ein Kinderdepot hat einen großen Vorteil: Zeit. Wer ab der Geburt spart, hat bis zum 18. Geburtstag 18 Jahre. Viele wählen deshalb einen breit gestreuten ETF-Sparplan. Wie du einen ETF auswählst und den Sparplan einrichtest, steht im Ratgeber Depot eröffnen und ETF-Sparplan starten. Wertpapiere können an Wert verlieren, auch über längere Zeit. Geld, das zu einem festen Termin sicher da sein muss, etwa für den Führerschein in zwei Jahren, gehört eher aufs Tagesgeldkonto.
Ist das Geld im Kinderdepot sicher?
Aktien und ETF-Anteile sind Sondervermögen. Geht der Anbieter pleite, bleiben sie Eigentum deines Kindes. Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist eine Einlage und bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank gesichert (§ 8 EinSiG). Gegen Kursverluste sichert dich niemand ab.
Typische Fallen
- Teure Fonds bei der Hausbank: Ausgabeaufschläge und hohe laufende Kosten fressen über 18 Jahre viel Rendite.
- Freistellungsauftrag vergessen: Dann führt die Bank Steuern ab, die du dir erst über eine Steuererklärung für dein Kind zurückholst.
- Zu riskant anlegen: Einzelaktien oder Kryptowerte statt eines breit gestreuten ETF. Über 18 Jahre zählt Streuung mehr als ein Glückstreffer.
Was der Rechner nicht zeigt
Der Rechner zeigt viele, aber nicht alle Anbieter. Konditionen ändern sich, lies das Preis- und Leistungsverzeichnis vor der Eröffnung. Das hier ist keine Anlageberatung.
Häufige Fragen
Wem gehört das Geld im Kinderdepot?
Dem Kind. Die Eltern verwalten das Depot bis zur Volljährigkeit, mit 18 darf das Kind allein darüber verfügen (§ 2 BGB). Willst du die Kontrolle behalten, spar in deinem eigenen Depot.
Wie viel Ertrag ist im Kinderdepot steuerfrei?
Mit einem Freistellungsauftrag bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr (§ 20 Abs. 9 EStG). Hat das Kind keine weiteren Einkünfte, ist mit einer NV-Bescheinigung vom Finanzamt mehr möglich, weil dann auch der Grundfreibetrag greift.
Können Großeltern in ein Kinderdepot einzahlen?
Ja, das ist eine Schenkung an das Enkelkind. Steuerfrei sind dabei 200.000 Euro je Großelternteil innerhalb von zehn Jahren (§ 16 ErbStG).
Was passiert mit dem Kinderdepot am 18. Geburtstag?
Dein Kind übernimmt das Depot und entscheidet allein. Je nach Anbieter wird es automatisch in ein normales Depot umgewandelt. Prüf vorher, ob sich dann Gebühren ändern.
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