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Bausparvertrag vergleichen
Bausparverträge nach Abschlussgebühr, Guthabenzins und Darlehenszins vergleichen.
Bausparverträge unterscheiden sich vor allem in Guthabenzinsen, Darlehenszinsen und Abschlussgebühren. Ein Vergleich zeigt, welcher Anbieter zu deiner Sparquote und deinem Zeitplan passt. So findest du transparente Konditionen für die Finanzierung deines Eigenheims.
So funktioniert ein Bausparvertrag
Ein Bausparvertrag hat zwei Phasen. In der Sparphase zahlst du regelmäßig ein, bis ein vereinbarter Teil der Bausparsumme angespart ist und die Bausparkasse den Vertrag zuteilt. In der Darlehensphase bekommst du dein Guthaben plus ein Darlehen zu einem Zins, der schon beim Abschluss feststeht. Du kaufst dir also heute einen festen Kreditzins für morgen. Dafür bekommst du in der Sparphase meist nur wenig Guthabenzins.
Worauf es beim Vergleich ankommt
- Darlehenszins: Der wichtigste Wert, wenn du das Darlehen wirklich nutzen willst. Achte auf den effektiven Jahreszins.
- Abschlussgebühr: Sie wird als Prozentsatz der Bausparsumme berechnet, nicht deiner Einzahlungen. Bei einer hohen Bausparsumme frisst sie die Guthabenzinsen der ersten Jahre auf.
- Kontoführungsgebühren: Fallen bei manchen Tarifen jährlich an, in der Spar- und in der Darlehensphase.
- Mindestsparguthaben und Bewertungszahl: Sie bestimmen, wann der Vertrag zuteilungsreif wird. Einen festen Zuteilungstermin garantiert keine Bausparkasse.
- Tilgung in der Darlehensphase: Bauspardarlehen werden schnell getilgt. Die Monatsrate ist deshalb deutlich höher als bei einer normalen Baufinanzierung.
Staatliche Förderung
Für Bausparverträge gibt es zwei Förderungen, beide mit Einkommensgrenzen:
- Wohnungsbauprämie: 10 Prozent Prämie auf Einzahlungen bis 700 Euro im Jahr, für Verheiratete bis 1.400 Euro. Die Grenze liegt bei einem zu versteuernden Einkommen von 35.000 Euro, für Verheiratete 70.000 Euro (Wohnungsbau-Prämiengesetz). Die Prämie beantragst du jährlich über die Bausparkasse.
- Arbeitnehmer-Sparzulage: Zahlt dein Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen, kannst du sie in einen Bausparvertrag lenken und bekommst bei passendem Einkommen eine Zulage vom Staat (Fünftes Vermögensbildungsgesetz). Sie beantragst du mit der Steuererklärung.
Die Förderung gibt es in der Regel nur, wenn du das Geld später für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendest, also Kauf, Bau, Modernisierung oder Ablösung eines Kredits. Für junge Sparer unter 25 gelten Ausnahmen.
Hast du einen alten Bausparvertrag mit hohem Guthabenzins, lies die Bedingungen genau, bevor du etwas änderst. Eine Erhöhung oder Teilung kann dazu führen, dass für den Vertrag neue, schlechtere Konditionen gelten.
Typische Fallen
- Zu hohe Bausparsumme: Eine große Summe klingt gut, erhöht aber die Abschlussgebühr. Wähle die Summe nach deinem echten Darlehensbedarf.
- Bausparen als reine Geldanlage: Ohne Darlehenswunsch und ohne Förderung bringt ein Tagesgeldkonto oder Festgeld nach Gebühren oft mehr.
- Kündigung durch die Bausparkasse: Bausparkassen dürfen Verträge kündigen, die seit mehr als zehn Jahren zuteilungsreif sind und nicht abgerufen wurden. Gerade alte Verträge mit hohen Guthabenzinsen sind davon betroffen.
- Zuteilung nicht planbar: Brauchst du das Geld zu einem festen Termin, kann die Zuteilung zu spät kommen. Kläre mit der Bausparkasse, ob eine Zwischenfinanzierung nötig wäre und was sie kostet.
Für wen sich Bausparen lohnt
Bausparen kann sich lohnen, wenn du in fünf bis zehn Jahren kaufen, bauen oder modernisieren willst und dir einen festen Kreditzins sichern möchtest. Auch Eigentümer, die in einigen Jahren eine Sanierung planen, nutzen Bausparverträge, weil kleine Darlehen oft ohne Eintrag ins Grundbuch vergeben werden. Wer die Wohnungsbauprämie oder die Arbeitnehmer-Sparzulage bekommt, verbessert die Rechnung zusätzlich.
Weniger geeignet ist Bausparen, wenn du in den nächsten ein, zwei Jahren kaufen willst. Dann reicht die Zeit für die Sparphase nicht. In diesem Fall ist eine Baufinanzierung oder, für eine spätere Anschlussfinanzierung, ein Forwarddarlehen der passendere Weg.
So nutzt du den Rechner
- Lege fest, welchen Betrag du in welchem Jahr ungefähr brauchst.
- Gib die monatliche Sparrate ein, die dauerhaft in dein Budget passt.
- Vergleiche nicht nur den Guthabenzins, sondern Abschlussgebühr, Darlehenszins und die Rate in der Darlehensphase.
- Lass dir vor dem Abschluss eine Modellrechnung geben, aus der hervorgeht, wann der Vertrag voraussichtlich zuteilungsreif ist.
Fristen und Kündigung
Du kannst einen Bausparvertrag in der Sparphase jederzeit kündigen und bekommst dein Guthaben zurück. Die Abschlussgebühr ist dann aber verloren, eine erhaltene Förderung kann zurückgefordert werden. Die Auszahlung kann sich je nach Bedingungen einige Monate hinziehen. Willst du nur pausieren, frag nach einer Beitragsfreistellung. Nach Abschluss hast du 14 Tage Widerrufsrecht.
Ob sich ein Bausparvertrag für dich lohnt, steht ausführlicher im Ratgeber Bausparvertrag: Wann er sich lohnt. Mehr Geldthemen unter Finanzen.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Wohnungsbauprämie?
10 Prozent auf Einzahlungen bis 700 Euro im Jahr, für Verheiratete bis 1.400 Euro. Voraussetzung ist ein zu versteuerndes Einkommen bis 35.000 Euro, für Verheiratete bis 70.000 Euro (Wohnungsbau-Prämiengesetz).
Wann wird ein Bausparvertrag zugeteilt?
Wenn das Mindestsparguthaben und die nötige Bewertungszahl erreicht sind. Einen festen Termin garantiert die Bausparkasse nicht.
Lohnt sich Bausparen als Geldanlage?
Meist nicht. Ohne Darlehenswunsch und ohne Förderung bringt Tagesgeld oder Festgeld nach Abzug der Abschlussgebühr oft mehr.
Darf die Bausparkasse meinen Vertrag kündigen?
Ja, wenn der Vertrag seit mehr als zehn Jahren zuteilungsreif ist und du das Darlehen nicht abrufst.
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