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Hausratversicherung vergleichen
Versicherungssumme richtig ansetzen, Fahrrad, Elementarschäden und grobe Fahrlässigkeit prüfen.
Halte die Wohnfläche in Quadratmetern bereit und überleg, ob dein Hausrat überdurchschnittlich viel wert ist. Diese beiden Angaben bestimmen im Rechner die Versicherungssumme und damit, ob du im Schadenfall voll bezahlt wirst.
Was die Hausratversicherung zahlt
Die Hausratversicherung ersetzt deine beweglichen Sachen in der Wohnung: Möbel, Kleidung, Elektronik, Küchengeräte, Bücher. Versichert sind Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm ab einer bestimmten Windstärke, Hagel sowie Einbruchdiebstahl und Vandalismus nach einem Einbruch. Gute Tarife zahlen den Neuwert, also das, was du für einen gleichwertigen neuen Gegenstand heute bezahlen musst.
Nicht versichert ist das Gebäude selbst. Das ist Sache der Wohngebäudeversicherung, die bei Mietwohnungen der Eigentümer abschließt.
Die wichtigste Zahl: die Versicherungssumme
Ist die Versicherungssumme zu niedrig, zahlt der Versicherer im Schadenfall nur anteilig. Das nennt man Unterversicherung. Zwei Wege, die Summe festzulegen:
- Pauschal nach Wohnfläche: Viele Versicherer rechnen mit einem festen Betrag pro Quadratmeter, üblich ist ein Richtwert um 650 Euro pro Quadratmeter. Hältst du diese Summe ein, verzichtet der Versicherer auf die Prüfung einer Unterversicherung. Achte darauf, dass dieser Unterversicherungsverzicht im Tarif steht.
- Selbst berechnet: Wenn du viele teure Dinge besitzt, etwa hochwertige Möbel, Technik, Instrumente oder Kunst, kann der echte Wert höher liegen. Dann besser durch die Räume gehen und grob aufschreiben, was ein Neukauf kosten würde.
Prüf die Summe bei bestehenden Verträgen, wenn du umziehst, zusammenziehst oder größere Anschaffungen machst.
Leistungen, auf die du achten solltest
- Grobe Fahrlässigkeit: Die Kerze brennt unbeaufsichtigt, die Waschmaschine läuft, während du einkaufen bist. Gute Tarife verzichten darauf, die Leistung dann zu kürzen.
- Fahrraddiebstahl: Ist oft nur als Zusatzbaustein versichert und häufig auf einen Prozentsatz der Versicherungssumme begrenzt. Für teure Räder und E-Bikes kann eine eigene Fahrradversicherung sinnvoller sein.
- Elementarschäden: Überschwemmung durch Starkregen, Rückstau oder Hochwasser sind in der Grundversicherung meist nicht enthalten. Gerade für Erdgeschoss- und Kellerwohnungen lohnt der Zusatzbaustein.
- Überspannung: Schäden an Elektronik durch Blitzeinschlag in der Nähe.
- Wertsachen: Bargeld, Schmuck und Wertpapiere sind nur bis zu bestimmten Grenzen versichert, oft abhängig davon, ob sie in einem Tresor liegen.
- Außenversicherung: Sachen, die vorübergehend außerhalb der Wohnung sind, etwa im Urlaub, sind meist begrenzt mitversichert.
Brauchst du überhaupt eine?
Nicht jeder. Wer in einer kleinen, spärlich möblierten Wohnung lebt und einen Totalverlust selbst verkraften könnte, kann darauf verzichten. Wer dagegen nach einem Wohnungsbrand nicht wüsste, wie er alles neu kaufen soll, ist mit einer Hausrat gut beraten. Die Frage ist also: Wie hart würde dich der Verlust von allem treffen?
So stellst du den Rechner ein
- Postleitzahl und Wohnfläche angeben. Der Beitrag hängt stark vom Wohnort ab, weil Einbruchsrisiko und Wetter regional unterschiedlich sind.
- Versicherungssumme mit Unterversicherungsverzicht wählen, sofern dein Hausrat nicht deutlich mehr wert ist.
- Zusatzbausteine nur wählen, wenn sie für dich passen: Fahrrad, Elementar, Glas.
- Selbstbeteiligung: Senkt den Beitrag, lohnt sich, wenn du kleine Schäden selbst tragen kannst.
Hausrat und Privathaftpflicht im Paket?
Manche Versicherer geben Rabatt, wenn du Hausrat und Haftpflicht zusammen abschließt. Das kann sich lohnen. Vergleiche aber trotzdem beide einzeln, denn oft ist eine Kombination aus zwei verschiedenen Versicherern günstiger oder leistungsstärker.
Im Schadenfall
Melde den Schaden sofort, bei Einbruch zusätzlich bei der Polizei. Fotografiere die Schäden und heb Kaufbelege auf. Ein kurzes Handyvideo durch alle Räume, einmal im Jahr aufgenommen, hilft später enorm, den Bestand nachzuweisen.
Kündigen und wechseln
Hausratverträge sind meist mit einer Frist von drei Monaten zum Ende des Versicherungsjahres kündbar. Nach einem Schaden haben beide Seiten ein Sonderkündigungsrecht. Ziehst du um, geht der Vertrag mit, der Beitrag kann sich aber ändern. Ältere Verträge haben oft keinen Verzicht auf die Kürzung bei grober Fahrlässigkeit, ein Wechsel kann also auch bei gleichem Preis mehr Schutz bringen.
Was der Rechner nicht zeigt
Der Rechner zeigt viele, aber nicht alle Versicherer. Lies die Bedingungen vor dem Abschluss, besonders zu Fahrrad und Elementarschäden.
Zur Privathaftpflicht geht es hier.
Häufige Fragen
Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?
Viele Versicherer rechnen pauschal mit einem Richtwert um 650 Euro pro Quadratmeter und verzichten dann auf die Prüfung einer Unterversicherung. Ist dein Hausrat deutlich mehr wert, setz eine höhere Summe an.
Ist mein Fahrrad in der Hausratversicherung versichert?
Im Keller oder in der Wohnung bei Einbruch meist ja. Diebstahl unterwegs ist oft nur über einen Zusatzbaustein versichert und der Höhe nach begrenzt.
Zahlt die Hausrat bei Hochwasser oder Starkregen?
Nur, wenn du den Baustein Elementarschäden abgeschlossen hast. In der Grundversicherung ist das meist nicht enthalten.
Was passiert mit der Hausrat bei einem Umzug?
Der Vertrag geht mit in die neue Wohnung. Melde den Umzug dem Versicherer, weil sich Wohnfläche und Beitrag ändern können.
Was ist der Unterschied zwischen Hausrat und Wohngebäude?
Die Hausrat versichert deine beweglichen Sachen. Die Wohngebäudeversicherung versichert das Gebäude selbst und wird vom Eigentümer abgeschlossen.
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