Crowdinvesting vergleichen

Plattformen nach Laufzeit, Gebühren und Risiko vergleichen. Ein Totalverlust ist möglich.

Crowdinvesting-Plattformen unterscheiden sich stark in Anlageklassen, Renditeerwartungen und Risikoprofilen. Der Vergleich zeigt transparent, welche Gebühren anfallen, wie lange dein Geld gebunden ist und in welche Projekte du konkret investieren kannst.

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Was Crowdinvesting ist

Beim Crowdinvesting leihen viele Anleger einem Unternehmen oder Projekt Geld, meist über eine Online-Plattform. Typische Bereiche sind Immobilienprojekte, erneuerbare Energien und junge Unternehmen. Du bekommst dafür einen festen oder erfolgsabhängigen Zins. Rechtlich ist das häufig ein Nachrangdarlehen. Das bedeutet: Geht das Unternehmen pleite, wirst du erst bedient, wenn alle anderen Gläubiger ihr Geld haben. In der Praxis bleibt dann oft nichts übrig.

Worauf es ankommt

Schutzregeln, die du kennen solltest

Plattformen in der EU unterliegen der europäischen Schwarmfinanzierungsverordnung und werden in Deutschland von der BaFin beaufsichtigt. Für nicht erfahrene Anleger gilt: Die Plattform muss vorab deine Kenntnisse prüfen und dich auf das Verlustrisiko hinweisen. Willst du mehr als 1.000 Euro oder mehr als 5 Prozent deines Nettovermögens in ein einzelnes Projekt stecken, muss sie dich ausdrücklich warnen, und du musst das bestätigen. Für jedes Projekt gibt es ein Anlagebasisinformationsblatt mit den wichtigsten Daten. Die BaFin weist darauf hin, dass ein Totalverlust möglich ist.

Typische Fallen

Woran du eine seriöse Plattform erkennst

Prüf außerdem, was mit deinem Geld zwischen Einzahlung und Projektstart passiert. Seriöse Plattformen verwahren es über ein Treuhandkonto oder einen regulierten Zahlungsdienstleister, nicht auf ihrem eigenen Geschäftskonto.

Steuern

Zinsen aus Crowdinvesting sind Kapitalerträge. Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr, für zusammen veranlagte Paare 2.000 Euro, bleiben sie steuerfrei (§ 20 EStG). Viele Plattformen führen keine Abgeltungsteuer ab. Dann musst du die Zinsen selbst in der Steuererklärung angeben, in der Anlage KAP.

Für wen sich Crowdinvesting eignet

Crowdinvesting kann eine Beimischung sein, wenn dein Notgroschen steht, du schon breit gestreut anlegst und einen Teil deines Geldes bewusst riskanter investieren willst. Rechne mit dem Verlust einzelner Projekte. Halte den Anteil klein, sodass ein Totalverlust deine Finanzen nicht ins Wanken bringt.

Nicht geeignet ist Crowdinvesting für Geld, das du in absehbarer Zeit brauchst, für den Notgroschen und für die Altersvorsorge als Hauptbaustein. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind breit gestreute ETFs in einem Depot oder über einen Robo-Advisor für die meisten die bessere Basis. Sicheres Geld liegt auf dem Tagesgeldkonto.

So nutzt du den Vergleich

  1. Lege fest, welchen Betrag du insgesamt investieren willst, und teile ihn auf mehrere Projekte auf.
  2. Vergleiche Mindestanlage, Laufzeiten, Projektarten und Zweitmarkt.
  3. Lies vor jeder Anlage das Anlagebasisinformationsblatt.
  4. Notiere dir Laufzeitende und Zinstermine, damit du Verzögerungen bemerkst.

Wie du ETFs und ein Depot als Fundament aufbaust, zeigt der Ratgeber Depot eröffnen und ETF-Sparplan starten. Mehr unter Finanzen.

Häufige Fragen

Ist Crowdinvesting sicher?

Nein. Meist handelt es sich um Nachrangdarlehen ohne Einlagensicherung. Ein Totalverlust ist möglich, darauf weist auch die BaFin hin.

Wie viel Geld sollte ich in Crowdinvesting stecken?

Nur einen kleinen Teil deines Vermögens, den du im schlimmsten Fall verlieren kannst. Verteil ihn auf mehrere Projekte.

Kann ich vorzeitig aussteigen?

Meist nicht. Dein Geld ist für die Laufzeit gebunden. Manche Plattformen haben einen Zweitmarkt, dort ist ein Verkauf aber nicht garantiert.

Muss ich Zinsen aus Crowdinvesting versteuern?

Ja, als Kapitalerträge oberhalb des Sparer-Pauschbetrags von 1.000 Euro (2.000 Euro für zusammen veranlagte Paare). Führt die Plattform keine Steuer ab, gibst du die Zinsen in der Anlage KAP an.

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