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Crowdinvesting vergleichen
Plattformen nach Laufzeit, Gebühren und Risiko vergleichen. Ein Totalverlust ist möglich.
Crowdinvesting-Plattformen unterscheiden sich stark in Anlageklassen, Renditeerwartungen und Risikoprofilen. Der Vergleich zeigt transparent, welche Gebühren anfallen, wie lange dein Geld gebunden ist und in welche Projekte du konkret investieren kannst.
Was Crowdinvesting ist
Beim Crowdinvesting leihen viele Anleger einem Unternehmen oder Projekt Geld, meist über eine Online-Plattform. Typische Bereiche sind Immobilienprojekte, erneuerbare Energien und junge Unternehmen. Du bekommst dafür einen festen oder erfolgsabhängigen Zins. Rechtlich ist das häufig ein Nachrangdarlehen. Das bedeutet: Geht das Unternehmen pleite, wirst du erst bedient, wenn alle anderen Gläubiger ihr Geld haben. In der Praxis bleibt dann oft nichts übrig.
Worauf es ankommt
- Risiko des Projekts: Lies die Unterlagen. Wer steht hinter dem Projekt, wie viel Eigenkapital bringt der Projektentwickler selbst ein, gibt es Sicherheiten?
- Rangfolge: Nachrangdarlehen sind riskanter als besicherte Darlehen. Bei Immobilienprojekten gibt es teils eine Absicherung über das Grundbuch.
- Laufzeit: Dein Geld ist für die ganze Laufzeit gebunden. Eine vorzeitige Kündigung ist meist ausgeschlossen, einen Zweitmarkt gibt es nicht immer.
- Kosten: Für Anleger ist die Anlage meist gebührenfrei, die Plattform verdient am Projekt. Prüf aber Gebühren für Auszahlung oder Zweitmarkt.
- Zinszahlung: Laufend oder endfällig? Bei endfälliger Zahlung trägst du das Risiko bis zum Schluss voll.
Schutzregeln, die du kennen solltest
Plattformen in der EU unterliegen der europäischen Schwarmfinanzierungsverordnung und werden in Deutschland von der BaFin beaufsichtigt. Für nicht erfahrene Anleger gilt: Die Plattform muss vorab deine Kenntnisse prüfen und dich auf das Verlustrisiko hinweisen. Willst du mehr als 1.000 Euro oder mehr als 5 Prozent deines Nettovermögens in ein einzelnes Projekt stecken, muss sie dich ausdrücklich warnen, und du musst das bestätigen. Für jedes Projekt gibt es ein Anlagebasisinformationsblatt mit den wichtigsten Daten. Die BaFin weist darauf hin, dass ein Totalverlust möglich ist.
Typische Fallen
- Hohe Zinsen als Lockmittel: Ein hoher Zins ist der Preis für ein hohes Risiko, keine Garantie für hohen Ertrag.
- Klumpenrisiko: Viel Geld in einem Projekt oder bei einer Plattform. Verteil kleine Beträge auf mehrere Projekte und Bereiche.
- Verzögerungen: Gerade bei Immobilienprojekten verschiebt sich die Rückzahlung oft. Plane das Geld nicht für einen festen Termin ein.
- Insolvenz der Plattform: Dein Vertrag besteht mit dem Projekt, nicht mit der Plattform. Bei einer Pleite der Plattform kann die Abwicklung trotzdem mühsam werden.
- Keine Einlagensicherung: Anders als Tagesgeld ist Crowdinvesting nicht gesetzlich gesichert.
Woran du eine seriöse Plattform erkennst
- Sie hat eine Zulassung als Schwarmfinanzierungsdienstleister. Das kannst du in der Unternehmensdatenbank der BaFin oder im Register der europäischen Wertpapieraufsicht prüfen.
- Sie veröffentlicht, wie viele Projekte verspätet oder gar nicht zurückgezahlt wurden.
- Zu jedem Projekt gibt es vollständige Unterlagen, Angaben zu Sicherheiten und zum Projektentwickler.
- Sie verspricht keine sicheren Renditen und spielt das Verlustrisiko nicht herunter.
Prüf außerdem, was mit deinem Geld zwischen Einzahlung und Projektstart passiert. Seriöse Plattformen verwahren es über ein Treuhandkonto oder einen regulierten Zahlungsdienstleister, nicht auf ihrem eigenen Geschäftskonto.
Steuern
Zinsen aus Crowdinvesting sind Kapitalerträge. Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr, für zusammen veranlagte Paare 2.000 Euro, bleiben sie steuerfrei (§ 20 EStG). Viele Plattformen führen keine Abgeltungsteuer ab. Dann musst du die Zinsen selbst in der Steuererklärung angeben, in der Anlage KAP.
Für wen sich Crowdinvesting eignet
Crowdinvesting kann eine Beimischung sein, wenn dein Notgroschen steht, du schon breit gestreut anlegst und einen Teil deines Geldes bewusst riskanter investieren willst. Rechne mit dem Verlust einzelner Projekte. Halte den Anteil klein, sodass ein Totalverlust deine Finanzen nicht ins Wanken bringt.
Nicht geeignet ist Crowdinvesting für Geld, das du in absehbarer Zeit brauchst, für den Notgroschen und für die Altersvorsorge als Hauptbaustein. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind breit gestreute ETFs in einem Depot oder über einen Robo-Advisor für die meisten die bessere Basis. Sicheres Geld liegt auf dem Tagesgeldkonto.
So nutzt du den Vergleich
- Lege fest, welchen Betrag du insgesamt investieren willst, und teile ihn auf mehrere Projekte auf.
- Vergleiche Mindestanlage, Laufzeiten, Projektarten und Zweitmarkt.
- Lies vor jeder Anlage das Anlagebasisinformationsblatt.
- Notiere dir Laufzeitende und Zinstermine, damit du Verzögerungen bemerkst.
Wie du ETFs und ein Depot als Fundament aufbaust, zeigt der Ratgeber Depot eröffnen und ETF-Sparplan starten. Mehr unter Finanzen.
Häufige Fragen
Ist Crowdinvesting sicher?
Nein. Meist handelt es sich um Nachrangdarlehen ohne Einlagensicherung. Ein Totalverlust ist möglich, darauf weist auch die BaFin hin.
Wie viel Geld sollte ich in Crowdinvesting stecken?
Nur einen kleinen Teil deines Vermögens, den du im schlimmsten Fall verlieren kannst. Verteil ihn auf mehrere Projekte.
Kann ich vorzeitig aussteigen?
Meist nicht. Dein Geld ist für die Laufzeit gebunden. Manche Plattformen haben einen Zweitmarkt, dort ist ein Verkauf aber nicht garantiert.
Muss ich Zinsen aus Crowdinvesting versteuern?
Ja, als Kapitalerträge oberhalb des Sparer-Pauschbetrags von 1.000 Euro (2.000 Euro für zusammen veranlagte Paare). Führt die Plattform keine Steuer ab, gibst du die Zinsen in der Anlage KAP an.
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