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Strom vergleichen
Stromtarife nach Arbeitspreis, Grundpreis und Preis ohne Neukundenbonus vergleichen.
Leg deine letzte Stromabrechnung daneben: Du brauchst Postleitzahl und Jahresverbrauch in kWh. Den Neukundenbonus rechnest du am besten raus, warum, steht unter dem Rechner.
So stellst du den Rechner richtig ein
Nach Postleitzahl und Verbrauch zeigt dir der Rechner eine Liste. Ganz oben steht oft nicht der Tarif, der dich auf Dauer am wenigsten kostet, sondern der mit dem größten Bonus. Diese Einstellungen schützen dich davor:
- Neukundenbonus nicht blind einrechnen. Viele Tarife sind nur im ersten Jahr günstig, weil ein Bonus den Preis drückt. Bietet der Rechner es an, blende Boni aus. Sonst rechne selbst: Grundpreis mal 12 plus Arbeitspreis mal deinen Verbrauch. Das ist ungefähr das, was du ab dem zweiten Jahr zahlst, wenn der Anbieter die Preise nicht anhebt.
- Laufzeit höchstens 12 Monate. Nach einem Jahr willst du frei neu vergleichen können. Eine längere Bindung lohnt sich höchstens mit einer Preisgarantie über die ganze Zeit.
- Preisgarantie mindestens so lang wie die Laufzeit. Achte auf das Wort „eingeschränkt“: Eine eingeschränkte Preisgarantie gilt nur für den Teil, den der Anbieter selbst kalkuliert, also Einkauf und Vertrieb. Steigen Netzentgelte, Steuern oder Umlagen, darf er trotzdem erhöhen. Eine volle Preisgarantie nimmt meist nur neue Steuern oder eine geänderte Mehrwertsteuer aus.
- Keine Vorkasse und keine Pakettarife. Bei Vorkasse zahlst du ein Jahr im Voraus. Geht der Anbieter pleite, ist das Geld meist weg. Beim Pakettarif kaufst du eine feste Menge: Mehrverbrauch wird teuer, Minderverbrauch bekommst du oft nicht erstattet.
- Kurze Kündigungsfrist. Ein Monat ist gut. Dann kommst du nach der Erstlaufzeit schnell wieder raus.
Tipp: Nimm nicht reflexartig Platz 1. Schau dir die ersten fünf Treffer mit diesen Filtern an und nimm den, der auch ohne Bonus günstig ist. Und trag dir einen Termin einen Monat vor Ende der Erstlaufzeit in den Kalender. Dann vergleichst du neu, bevor der Preis im zweiten Jahr greift.
Wo dein Verbrauch steht
Auf deiner letzten Jahresabrechnung, meist auf der ersten oder zweiten Seite, unter „Verbrauch“ in kWh. Achte darauf, dass der Abrechnungszeitraum ungefähr ein Jahr umfasst. Von derselben Rechnung brauchst du für den Wechsel später die Zählernummer und, falls angegeben, die Marktlokations-ID (MaLo-ID).
Neu eingezogen und noch keine Abrechnung? Diese groben Richtwerte reichen für den Start, gerechnet ohne Warmwasser über Strom (also ohne Durchlauferhitzer):
- 1 Person: ca. 1.500 kWh im Jahr
- 2 Personen: ca. 2.500 kWh im Jahr
- 4 Personen: ca. 4.000 kWh im Jahr
Das sind Richtwerte, keine Messwerte. Schätz lieber etwas zu hoch als zu niedrig, denn ein zu niedriger Abschlag endet in einer Nachzahlung. Nach der ersten Abrechnung passt du den Abschlag an.
Fristen: wann du raus kannst
- Grundversorgung: jederzeit mit zwei Wochen Frist. In der Grundversorgung landest du, wenn du nie selbst einen Vertrag abgeschlossen hast, zum Beispiel nach dem Einzug. Sie ist oft teurer als ein Sondervertrag. Steht auf deiner Rechnung „Grundversorgung“, vergleich sofort.
- Verträge ab 1. März 2022: Nach der Erstlaufzeit verlängern sie sich nur noch unbefristet. Dann kannst du jederzeit mit einem Monat Frist kündigen.
- Ältere Verträge: Hier kann noch eine Verlängerung um ein ganzes Jahr drinstehen. Schau in die Vertragsunterlagen oder ins Kundenportal.
- Preiserhöhung: Der Anbieter muss sie dir vorher mitteilen. Dann hast du ein Sonderkündigungsrecht zu dem Tag, an dem der neue Preis gelten soll, auch mitten in der Laufzeit.
Kündigen musst du meist nicht selbst: Der neue Anbieter kündigt in deinem Auftrag beim alten. Ausnahme: Bei einer Sonderkündigung wegen Preiserhöhung kündigst du besser selbst, per E-Mail oder Kundenportal, damit die Frist sicher hält. Alle Schritte im Detail stehen im Ratgeber Stromvertrag wechseln.
Am Wechseltag
Fotografier den Zählerstand an dem Tag, an dem der neue Vertrag beginnt. Beide Anbieter rechnen mit diesem Stand ab. Gibt es später Streit über die Schlussrechnung, hast du einen Beleg.
Und keine Sorge: Der Strom ist beim Wechsel nicht weg. Am Zähler ändert sich nichts, niemand muss in deine Wohnung. Selbst wenn ein Anbieter pleitegeht, liefert der örtliche Grundversorger automatisch weiter, bis du einen neuen Vertrag hast.
Sonderfälle: Wärmepumpe, E-Auto, dynamischer Tarif
Wärmepumpe oder Wallbox: Läuft das Gerät über einen eigenen Zähler, brauchst du dafür einen eigenen Wärmepumpen- oder Autostromtarif. Im normalen Haushaltsrechner tauchen die nicht immer auf. Dazu kommt § 14a EnWG: Für steuerbare Geräte wie Wärmepumpe oder Wallbox zahlst du ein reduziertes Netzentgelt, dafür darf der Netzbetreiber ihre Leistung bei Engpässen begrenzen. Für Geräte, die seit 2024 angeschlossen wurden, ist das in der Regel Pflicht. Welche Variante für dich gilt, sagt dir dein Netzbetreiber.
Dynamischer Tarif: Der Preis folgt der Strombörse, oft Stunde für Stunde. Das geht nur mit Smart Meter (intelligentem Messsystem) und lohnt sich, wenn du große Verbräuche wirklich verschieben kannst, etwa das E-Auto nachts laden. Ohne flexible Geräte trägst du vor allem das Risiko teurer Stunden.
Wenn dir die Herkunft wichtig ist, nimm den Ökostrom-Vergleich.
Häufige Fragen
Ist der Strom beim Wechsel kurz weg?
Nein. Der Wechsel passiert nur auf dem Papier, am Zähler ändert sich nichts und niemand muss in deine Wohnung. Selbst wenn ein Anbieter pleitegeht, liefert der Grundversorger automatisch weiter.
Muss ich beim alten Anbieter selbst kündigen?
Meist nicht. Beim Abschluss gibst du dem neuen Anbieter eine Vollmacht, er kündigt dann für dich. Nur bei einer Sonderkündigung wegen Preiserhöhung kündigst du besser selbst, damit die Frist sicher hält.
Mein Anbieter erhöht den Preis – was jetzt?
Du hast ein Sonderkündigungsrecht zu dem Tag, an dem der neue Preis gelten soll. Vergleich sofort, schließ einen neuen Tarif ab und kündige den alten in Textform mit Hinweis auf die Preiserhöhung. Das Datum steht im Schreiben deines Anbieters.
Welche Angaben brauche ich für den Vergleich?
Für den Vergleich nur Postleitzahl und Jahresverbrauch in kWh. Für den Abschluss zusätzlich Zählernummer, deine Bankverbindung und den Namen deines bisherigen Anbieters. Alles steht auf der letzten Jahresabrechnung.
Soll ich einen Tarif mit Neukundenbonus nehmen?
Gern, wenn er auch ohne Bonus günstig ist. Viele Boni werden erst nach zwölf Monaten verrechnet, und ab dem zweiten Jahr zahlst du den vollen Preis. Rechne deshalb Grundpreis mal 12 plus Arbeitspreis mal Verbrauch und vergleich diesen Betrag.
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