Tierkrankenversicherung vergleichen
OP- oder Vollschutz für Hund und Katze: Erstattung, Wartezeit und Vorerkrankungen prüfen.
Entscheide zuerst: Reicht dir ein OP-Schutz für teure Eingriffe oder willst du auch Behandlungen und Vorsorge absichern? Wähle im Rechner Tierart, Alter und genau diese Variante.
Warum Tierarztkosten ins Geld gehen können
Tierärzte rechnen nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) ab. Sie wurde im November 2022 überarbeitet, viele Leistungen sind seitdem spürbar teurer geworden. Eine Operation nach einem Kreuzbandriss beim Hund, ein Fremdkörper im Magen der Katze oder eine Behandlung im Notdienst kann schnell mehrere hundert bis einige tausend Euro kosten. Die Frage ist: Könntest du so eine Rechnung aus der Rücklage bezahlen, ohne über die Behandlung nachzudenken? Wenn nicht, lohnt ein Blick auf eine Tierkrankenversicherung.
OP-Schutz oder Vollschutz?
OP-Versicherung
Sie zahlt nur Operationen, meist inklusive Voruntersuchung, Narkose und Nachsorge für eine bestimmte Zeit. Sie ist deutlich günstiger und deckt die großen, plötzlichen Kosten ab. Für viele Halter ist das ein guter Kompromiss.
Krankenvollversicherung
Sie zahlt auch ambulante Behandlungen, Medikamente, Diagnostik und oft Vorsorge wie Impfungen. Sie ist teurer, lohnt sich aber für Tiere, die häufiger krank sind, oder wenn du nicht über jede Behandlung nachdenken willst.
Worauf du beim Vergleich achten solltest
- Erstattung nach GOT-Satz: Tierärzte dürfen bis zum dreifachen Satz abrechnen, im Notdienst bis zum vierfachen. Ein Tarif, der nur bis zum einfachen oder zweifachen Satz erstattet, lässt dich auf der Differenz sitzen. Achte darauf, dass der Tarif auch den Notdienst abdeckt.
- Jahreshöchstleistung: Manche Tarife zahlen pro Jahr nur bis zu einer bestimmten Summe. Bei einer großen OP kann das knapp werden.
- Selbstbeteiligung: Senkt den Beitrag. Prüf, ob sie pro Behandlung oder pro Jahr gilt.
- Wartezeit: Für Krankheiten gilt nach Abschluss meist eine Wartezeit, für Unfälle oft nicht. Bestimmte Erkrankungen haben teils längere Wartezeiten.
- Ausschlüsse: Rassetypische Erkrankungen, Zahnbehandlungen oder Kastration sind in manchen Tarifen ausgeschlossen oder begrenzt.
Je früher, desto besser
Erkrankungen, die schon vor Abschluss bekannt waren, sind fast immer ausgeschlossen. Außerdem haben viele Versicherer ein Höchstalter für den Abschluss. Wer seinen Welpen oder sein Kätzchen früh versichert, bekommt die volle Leistung ohne Ausschlüsse. Beantworte die Gesundheitsfragen ehrlich, sonst kann der Versicherer später die Zahlung verweigern.
Beiträge im Alter
Bei vielen Tarifen steigt der Beitrag mit dem Alter des Tiers. Frag nach, wie sich der Beitrag in den nächsten Jahren entwickelt, und prüf, ob der Versicherer den Vertrag im Alter kündigen kann. Ein Tarif, der im ersten Jahr günstig ist, aber ab dem siebten Lebensjahr stark steigt, ist auf Dauer nicht unbedingt der beste.
Rechnung beim Tierarzt: so läuft die Erstattung
In der Regel zahlst du die Rechnung beim Tierarzt zuerst selbst und reichst sie dann beim Versicherer ein, meist per App oder Foto. Heb alle Rechnungen auf und lass dir bei größeren Eingriffen vorher einen Kostenvoranschlag geben. Manche Versicherer prüfen ihn vorab und sagen dir, was sie übernehmen. Das gibt dir Sicherheit, bevor du die Behandlung beginnst.
Alternative: selbst zurücklegen
Auch eine eigene Rücklage kann funktionieren. Wer jeden Monat den Betrag, den eine Versicherung kosten würde, auf ein Tagesgeldkonto legt, hat nach ein paar Jahren ein Polster. Das Risiko: Eine teure OP im ersten Jahr kann die Rücklage übersteigen. Eine Kombination ist möglich: OP-Schutz für die großen Fälle, Routinebehandlungen aus der Rücklage.
So stellst du den Rechner ein
- Tierart, Rasse und Geburtsdatum angeben. Rasse und Alter beeinflussen den Beitrag stark.
- OP-Schutz oder Vollschutz wählen.
- Erstattungssatz nach GOT und Jahreshöchstleistung vergleichen.
- Selbstbeteiligung festlegen, die du im Ernstfall gut tragen kannst.
Und die Haftpflicht?
Eine Tierkrankenversicherung zahlt Behandlungen deines Tiers. Schäden, die dein Hund bei anderen anrichtet, sind etwas ganz anderes. Dafür brauchst du eine Hundehaftpflicht, die in mehreren Bundesländern sogar vorgeschrieben ist. Katzen sind in der Regel über die private Haftpflicht mitversichert.
Was der Rechner nicht zeigt
Der Rechner zeigt viele, aber nicht alle Versicherer. Lies die Bedingungen vor dem Abschluss, vor allem zu GOT-Satz, Wartezeiten und Ausschlüssen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen OP-Versicherung und Vollschutz?
Die OP-Versicherung zahlt nur Operationen samt Vor- und Nachbehandlung. Der Vollschutz zahlt zusätzlich ambulante Behandlungen, Medikamente und oft Vorsorge. Für einen Hund im ersten Lebensjahr kostet eine OP-Versicherung im Vergleich ab 10,94 € im Monat, ein Vollschutz ab 40,90 €.
Bis zu welchem GOT-Satz sollte der Tarif erstatten?
Tierärzte dürfen bis zum dreifachen Satz abrechnen, im Notdienst bis zum vierfachen. Ein Tarif, der das abdeckt, lässt dich nicht auf der Differenz sitzen.
Sind Vorerkrankungen versichert?
In der Regel nicht. Erkrankungen, die vor Abschluss bekannt waren, sind ausgeschlossen. Deshalb lohnt ein früher Abschluss.
Gibt es ein Höchstalter für den Abschluss?
Bei vielen Versicherern ja. Ältere Tiere werden teils gar nicht mehr oder nur mit Einschränkungen aufgenommen.
Ist eine Tierkrankenversicherung dasselbe wie eine Hundehaftpflicht?
Nein. Die Krankenversicherung zahlt Behandlungen deines Tiers, die Haftpflicht Schäden, die dein Hund bei anderen verursacht.
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