Firmenversicherung vergleichen
Betriebshaftpflicht, Berufshaftpflicht und Inhaltsversicherung für kleine Betriebe.
Halte Branche, Tätigkeit, Jahresumsatz und die Zahl deiner Mitarbeiter bereit. Daraus erstellt der Rechner eine Anfrage, und du bekommst Angebote für die Policen, die zu deinem Betrieb passen.
Warum die Privathaftpflicht nicht reicht
Die Privathaftpflicht zahlt nur für Schäden im Privatleben. Beschädigst du bei einem Kunden etwas, verletzt sich jemand in deinem Laden oder macht dein Mitarbeiter einen Fehler, ist das ein beruflicher Schaden. Als Selbstständiger haftest du dafür mit deinem gesamten Vermögen, als Einzelunternehmer auch mit deinem Privatvermögen. Das gilt auch für Nebengewerbe.
Die wichtigsten Firmenversicherungen
- Betriebshaftpflicht: Die Grundabsicherung für fast jeden Betrieb. Sie zahlt bei Personen- und Sachschäden, die du, deine Mitarbeiter oder dein Betrieb Dritten zufügen, und wehrt unberechtigte Forderungen ab.
- Berufshaftpflicht: Für beratende Berufe wie Architekten, Steuerberater, IT-Dienstleister oder Coaches. Sie deckt Vermögensschäden durch Beratungsfehler. Für viele Kammerberufe ist sie Pflicht.
- Inhaltsversicherung: Wie eine Hausratversicherung für den Betrieb. Sie ersetzt Einrichtung, Maschinen, Waren und Vorräte nach Feuer, Leitungswasser, Sturm oder Einbruch.
- Betriebsunterbrechung: Ersetzt laufende Kosten und entgangenen Gewinn, wenn der Betrieb nach einem versicherten Schaden stillsteht.
- Elektronikversicherung: Für Rechner, Kassen und Maschinen, auch bei Bedienfehlern und Überspannung.
Was du wirklich brauchst
Die Betriebshaftpflicht oder Berufshaftpflicht kommt immer zuerst. Ein einziger Personenschaden kann einen kleinen Betrieb ruinieren. Die Inhaltsversicherung lohnt sich, sobald du nennenswerte Werte im Betrieb hast. Wer nur mit Laptop von zu Hause arbeitet, kommt oft ohne aus oder versichert die Technik über eine Elektronikversicherung. Eine Betriebsunterbrechungsversicherung ist sinnvoll, wenn du hohe Fixkosten wie Miete, Leasing oder Personal hast.
Viele Versicherer bieten Pakete für bestimmte Branchen an, etwa für Handwerker, Gastronomie oder Einzelhandel. Sie sind oft günstiger als einzelne Policen und passen besser zu den typischen Risiken.
Worauf du beim Vergleich achtest
- Tätigkeitsbeschreibung: Versichert ist nur, was im Vertrag steht. Beschreib deine Tätigkeit genau und vollständig. Kommt später eine neue Leistung hinzu, melde sie.
- Deckungssumme: Mindestens 3 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden, bei vielen Betrieben eher 5 bis 10 Millionen.
- Tätigkeitsschäden: Schäden an Sachen, an denen du arbeitest, etwa an der Heizung, die du reparierst. Für Handwerker unverzichtbar.
- Mietsachschäden: Schäden an gemieteten Räumen.
- Subunternehmer: Ist ihre Tätigkeit für dich mitversichert?
- Nachhaftung: Bei der Berufshaftpflicht wichtig, weil Fehler oft erst Jahre später auffallen.
Kosten und Steuer
Der Beitrag hängt von Branche, Umsatz, Mitarbeiterzahl und Deckungssumme ab. Für einen Freiberufler ohne Mitarbeiter liegt eine Betriebshaftpflicht oft im unteren dreistelligen Bereich pro Jahr. Betriebliche Versicherungen sind Betriebsausgaben und mindern deinen Gewinn.
So gehst du vor
- Prüfen, ob für deinen Beruf eine Pflichtversicherung gilt, etwa über die Kammer.
- Haftpflicht zuerst abschließen, dann Sachwerte und Ausfall absichern.
- Angebote mit gleicher Tätigkeitsbeschreibung und Deckungssumme vergleichen.
- Einmal im Jahr prüfen, ob Umsatz, Mitarbeiter und Tätigkeiten noch zum Vertrag passen.
Typische Fehler bei Gründern
- Zu spät versichert: Der erste Auftrag läuft, die Police noch nicht. Ein Schaden in dieser Zeit ist nicht gedeckt.
- Tätigkeit zu eng beschrieben: Wer nur „Webdesign“ angibt, aber auch Hosting anbietet, hat für Hosting-Schäden keinen Schutz.
- Privat- und Firmenpolicen vermischt: Die Hausratversicherung zahlt nicht für Betriebsinventar im Homeoffice, wenn es überwiegend beruflich genutzt wird.
Homeoffice und Nebengewerbe
Wer neben dem Job ein Kleingewerbe betreibt, denkt oft, das sei zu klein für eine eigene Versicherung. Die Haftung ist aber dieselbe. Einige Privathaftpflicht-Tarife schließen kleine Nebentätigkeiten bis zu einem Jahresumsatz ein, etwa Nachhilfe oder Verkauf selbstgemachter Waren. Prüf das in deinen Bedingungen. Für alles darüber hinaus brauchst du eine Betriebshaftpflicht. Arbeitest du im Homeoffice mit eigener Technik, kläre mit deiner Hausratversicherung, ob beruflich genutzte Geräte mitversichert sind.
Wann du den Vertrag anpassen musst
Melde Änderungen, sobald sie eintreten: neue Mitarbeiter, ein deutlich höherer Umsatz, neue Leistungen oder ein Umzug in größere Räume. Viele Verträge fragen den Umsatz einmal im Jahr ab und berechnen den Beitrag nach. Gibst du zu wenig an, kann der Versicherer im Schadenfall kürzen. Ein Wechsel der Rechtsform, etwa vom Einzelunternehmen zur GmbH, braucht meist einen neuen Vertrag.
Passt dazu: Geschäftskonto, Rechtsschutzversicherung. Mehr im Ratgeber: Versicherungen checken, oder alle Versicherungsvergleiche.
Häufige Fragen
Brauche ich als Kleinunternehmer eine Betriebshaftpflicht?
Was ist der Unterschied zwischen Betriebshaftpflicht und Berufshaftpflicht?
Sind Firmenversicherungen steuerlich absetzbar?
Stand: