Internetanbieter wechseln: So sparst du beim DSL- oder Kabelvertrag

DSL- oder Kabelvertrag zu teuer? So wechselst du den Internetanbieter ohne Ausfall – mit Rechenbeispiel und Schritt-für-Schritt-Plan.

7 Min. Lesezeit ·Aktualisiert am 10. Oktober 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit dem TKG 2021 sind Internetverträge nach der Mindestlaufzeit monatlich kündbar. Du sitzt nicht mehr zwei Jahre fest.
  • Neukunden zahlen oft 10–15 € weniger pro Monat als Bestandskunden – für die gleiche oder sogar schnellere Leitung.
  • Den Wechsel regelt dein neuer Anbieter. Die Umstellung dauert in der Regel maximal einen Arbeitstag.
  • 50 Mbit/s reichen für 2–3 Personen mit Streaming. Familien und WGs greifen zu 100 Mbit/s oder mehr.
  • Im DSL-Vergleich siehst du in zwei Minuten, was du an deiner Adresse sparen kannst.

Warum sich ein Anbieterwechsel fast immer lohnt

Hast du deinen Internetvertrag in den letzten drei Jahren gewechselt? Falls nicht, zahlst du mit hoher Wahrscheinlichkeit zu viel. Das Muster ist bei fast allen Anbietern gleich: Neukunden bekommen einen günstigen Einstiegspreis, nach 24 Monaten springt der Beitrag auf den regulären Tarif – und der ist oft 30–50 % teurer.

Viele scheuen den Wechsel, weil sie Angst vor tagelangem Internet-Ausfall haben. Das war früher ein echtes Problem, ist heute aber die Ausnahme. Seit der TKG-Novelle 2021 muss der alte Anbieter die Leitung so lange aktiv halten, bis der neue übernimmt. In der Praxis heißt das: Der Techniker schaltet morgens um, abends läuft alles über den neuen Vertrag. Maximaler Ausfall: ein paar Stunden.

Und selbst wenn du nicht wechseln willst, lohnt sich der Blick auf aktuelle Tarife. Mit einem konkreten Angebot in der Hand kannst du bei deinem Anbieter anrufen und nach dem Neukundenpreis fragen. Viele Hotlines haben Spielraum – aber nur, wenn du fragst.

DSL, Kabel oder Glasfaser – was passt?

Welche Technik bei dir verfügbar ist, hängt von deiner Adresse ab. Hier die drei gängigen Anschlussarten im Überblick:

Technik Typische Geschwindigkeit Vorteile Nachteile
DSL (VDSL) 16–250 Mbit/s Fast überall verfügbar, stabile Leitung Upload oft langsam (10–40 Mbit/s)
Kabel 100–1.000 Mbit/s Hohe Bandbreite, oft günstig Shared Medium – abends kann es langsamer werden
Glasfaser (FTTH) 300–1.000 Mbit/s Schnellste Technik, symmetrischer Upload Noch nicht überall ausgebaut

Falls Glasfaser bei dir verfügbar ist, greif zu – die Leitung ist zukunftssicher und die Preise sind inzwischen auf DSL-Niveau. Wenn nicht, entscheidest du zwischen DSL und Kabel. Beide funktionieren für den Alltag problemlos.

Wie viel Bandbreite brauchst du wirklich?

Anbieter verkaufen gerne die schnellste Leitung. Aber brauchst du 1.000 Mbit/s? In den meisten Haushalten nicht. Einschätzung:

  • 1–2 Personen, normales Surfen und Streaming: 50 Mbit/s reichen locker. Netflix in HD braucht rund 5 Mbit/s pro Stream.
  • Familie oder WG (3–4 Personen): 100 Mbit/s geben genug Puffer, auch wenn mehrere Geräte gleichzeitig streamen, Videocalls machen und im Homeoffice arbeiten.
  • Homeoffice mit großen Uploads, Gaming: Ab 250 Mbit/s, vor allem wegen des Uploads bei Videokonferenzen und Cloud-Backups.

Tipp: Bevor du einen neuen Vertrag abschließt, miss deine aktuelle Geschwindigkeit mit der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur. So weißt du, was tatsächlich bei dir ankommt – und ob dein Anbieter liefert, was er verspricht. Falls die gemessene Geschwindigkeit deutlich unter dem vertraglichen Minimum liegt, hast du seit dem TKG 2021 ein Recht auf Minderung oder außerordentliche Kündigung.

Rechenbeispiel: Altvertrag vs. Neuvertrag

Angenommen, du hast vor drei Jahren einen DSL-Vertrag mit 50 Mbit/s abgeschlossen. Nach den ersten 24 Monaten bist du automatisch in den Normalpreis gerutscht – und zahlst jetzt den vollen Beitrag. Ein Wechsel könnte so aussehen (Beispielwerte, Stand Oktober 2026):

Altvertrag Neuvertrag
Geschwindigkeit 50 Mbit/s 100 Mbit/s
Monatspreis 39,99 € 24,99 €
Kosten pro Jahr 479,88 € 299,88 €
Ersparnis pro Jahr 180 € – bei doppelter Geschwindigkeit

180 € im Jahr sind 15 € im Monat. Dafür brauchst du einmal 20 Minuten für den Wechsel. Und das Beste: Du bekommst obendrauf eine schnellere Leitung. Das passiert selten, dass Sparen und Upgrade zusammenfallen.

Router mieten oder kaufen?

Seit 2016 gilt in Deutschland Routerfreiheit: Du musst nicht den Router deines Anbieters nehmen. Ein eigener Router (z. B. eine FRITZ!Box) kostet einmalig 100–200 €, spart dir aber die Mietgebühr von 3–6 € pro Monat. Nach zwei bis drei Jahren hast du den Kaufpreis wieder drin – und der Router gehört dir, auch beim nächsten Anbieterwechsel.

In 6 Schritten zum neuen Internetvertrag

  1. Vertragslaufzeit prüfen: Schau in deinem Kundenkonto nach, wann die Mindestlaufzeit endet. Danach bist du monatlich kündbar (Frist: 1 Monat). Noch in der Mindestlaufzeit? Dann kündige rechtzeitig zum frühesten Termin.
  2. Aktuelle Geschwindigkeit messen: Nutze die Breitbandmessung der Bundesnetzagentur. Falls dein Anbieter dauerhaft unter dem versprochenen Minimum bleibt, hast du Sonderkündigungsrecht.
  3. Tarife vergleichen: Gib deine Adresse in den DSL-Vergleich ein. Achte auf den Preis nach dem Aktionszeitraum, nicht nur auf die ersten Monate.
  4. Neuen Vertrag abschließen: Bestelle beim neuen Anbieter und gib an, dass du wechseln möchtest. Der neue Anbieter übernimmt die Kündigung beim alten – du musst dich um nichts weiter kümmern.
  5. Wechseltermin abwarten: Du bekommst eine Bestätigung mit dem Umstellungstermin. Am Stichtag wird umgeschaltet. Falls du einen eigenen Router nutzt, richte ihn mit den neuen Zugangsdaten ein.
  6. Geschwindigkeit nach dem Wechsel testen: Prüfe in den ersten Tagen, ob die versprochene Bandbreite ankommt. Falls nicht, dokumentiere die Messergebnisse – das stärkt deine Position bei einer Reklamation.

Häufige Fragen

Wie lange bin ich beim Wechsel ohne Internet?

In der Regel maximal einen Arbeitstag, oft nur wenige Stunden. Seit der TKG-Novelle 2021 darf dein alter Anbieter die Leitung erst abschalten, wenn der neue bereit ist. Falls es doch länger dauert, hast du Anspruch auf Entschädigung: 10 € für jeden weiteren Kalendertag ohne Anschluss, ab dem zweiten Tag 20 € pro Tag.

Kann ich meinen alten Router beim neuen Anbieter nutzen?

Ja, dank Routerfreiheit darfst du jeden Router verwenden, der die technischen Voraussetzungen erfüllt. Bei einem DSL-zu-DSL-Wechsel funktioniert dein bisheriger Router in der Regel weiter – du brauchst nur die neuen Zugangsdaten. Bei einem Wechsel von DSL auf Kabel oder Glasfaser brauchst du allerdings ein passendes Gerät.

Lohnt sich ein Anruf bei der Kündigungshotline?

Oft ja. Viele Anbieter haben eigene Abteilungen, die abwanderungswillige Kunden mit Sonderkonditionen halten sollen. Ruf an, nenne ein konkretes Angebot der Konkurrenz und frag, ob sie mitziehen können. Im besten Fall bekommst du den Neukundenpreis, ohne wechseln zu müssen. Falls nicht, wechselst du eben wirklich.

Was passiert mit meiner Telefonnummer?

Du kannst deine Festnetznummer kostenlos zum neuen Anbieter mitnehmen (Rufnummernportierung). Gib das beim Bestellvorgang an. Der neue Anbieter regelt die Portierung mit dem alten. Das dauert in der Regel ein paar Tage, und du bist in dieser Zeit trotzdem erreichbar.

Fang heute an

Hol deinen letzten Internetvertrag raus (oder log dich beim Anbieter ein) und prüfe drei Dinge:

  1. Was zahlst du gerade pro Monat – und welche Geschwindigkeit steht im Vertrag?
  2. Wann endet die Mindestlaufzeit (oder ist sie schon vorbei)?
  3. Was kostet ein vergleichbarer Tarif aktuell für Neukunden?

Falls die Differenz 5 € oder mehr pro Monat beträgt, lohnt sich ein Wechsel. Und wenn du schon dabei bist: Prüfe auch deinen Handytarif – dort steckt oft genauso viel Sparpotenzial. Mehr Ideen zum Senken deiner monatlichen Ausgaben findest du in unserem Ratgeber Fixkosten senken.

Zum DSL-Vergleich

Alle Tipps