Versicherungen checken 2026 – Welche Policen du wirklich brauchst (und welche nicht)
Viele Haushalte sind gleichzeitig über- und unterversichert: Es existieren teure, kaum sinnvolle Policen, während wichtige Basisabsicherungen fehlen oder zu niedrig angesetzt sind. Dazu kommen Beitragserhöhungen der letzten Jahre, alte Tarife mit schwachen Bedingungen und Doppelversicherungen. 2026 ist ein guter Zeitpunkt, deine Versicherungen einmal systematisch zu sortieren – statt nur die nächste Beitragsrechnung zu bezahlen.
Ziel ist nicht, jede Police sofort zu kündigen, sondern eine klare Struktur: Welche Versicherungen sind existenziell wichtig? Welche sind sinnvoll, aber verzichtbar, wenn das Budget knapp ist? Und welche kosten Geld, ohne echten Mehrwert zu bieten? Wenn du diese Ebenen trennst, kannst du Beiträge senken und gleichzeitig deine Absicherung verbessern.
In diesem Ratgeber schauen wir uns an, welche Versicherungen 2026 wirklich relevant sind, wie typische Beitragsfallen aussehen und wie du in fünf Schritten einen Versicherungs-Check durchziehst, der dir über Jahre Ruhe bringt. Du brauchst dafür keinen Aktenschrank – ein einfacher Überblick reicht, um mit mehr Sicherheit und weniger Kosten ins neue Jahr zu starten.
Kurz zusammengefasst
- Viele zahlen zu viel für Policen, die sie kaum brauchen – während wichtige Absicherungen fehlen.
- 2026 lohnt sich ein Check, weil viele Verträge teurer wurden und bessere Alternativen verfügbar sind.
- Wichtige Basis: Haftpflicht, Kfz (falls Auto), Krankenversicherung* und oft Berufsunfähigkeit.
- Weniger wichtig: viele kleine Zusatz- und „Lifestyle“-Versicherungen ohne echte Notwendigkeit.
- Mit einem strukturierten 5-Schritte-Plan kannst du Beitrag sparen und gleichzeitig besser abgesichert sein.
- Der jährliche Versicherungs-Check wird so zur Routine – nicht zum Dauerprojekt.
*Die gesetzliche oder private Krankenversicherung ist Pflicht und bildet die Basisabsicherung.
Welche Versicherungen wirklich wichtig sind
Nicht jede Versicherung ist gleich wichtig. Manche Policen schützen deine Existenz, andere dienen eher der Bequemlichkeit. Wenn du deine Verträge sortierst, solltest du deshalb zuerst fragen: Welche Risiken wären für mich und meine Familie wirklich existenzbedrohend – also so gravierend, dass sie deinen Alltag dauerhaft verändern würden?
Eine einfache Einteilung hilft: Pflicht- und Basisversicherungen, wichtige Ergänzungen und eher verzichtbare Absicherungen. Die genaue Auswahl hängt von deiner Lebenssituation ab – Single, Paar, Familie, selbstständig – aber die Grundlogik bleibt gleich. So vermeidest du, dass du an der falschen Stelle sparst oder teure Kleinstpolicen pflegst, während das Fundament wackelig ist.
Gerade wenn dein Budget begrenzt ist, lohnt sich diese Priorisierung. Basis und einige Ergänzungen zuerst stabil aufstellen, Kleinstversicherungen hinterfragen – so fließt dein Geld dorthin, wo es wirklich Schutz bietet.
Wie viel Versicherung ist genug – und wo beginnt „zu viel“?
Neben der Frage „Welche Versicherung?“ ist genauso wichtig: „Wie umfangreich?“ Eine Haftpflicht mit zu niedriger Deckungssumme, eine BU-Rente, die kaum deine Miete deckt, oder eine Hausratversicherung, die viel höher versichert, als du überhaupt besitzt – all das kostet Geld, ohne im Ernstfall optimal zu helfen.
Drei Stellschrauben spielen eine zentrale Rolle: Deckungssumme, Selbstbehalt und Beitrag. Hohe Deckungssummen sind bei existenziellen Risiken sinnvoll, ein angemessener Selbstbehalt kann Beiträge senken – und bei weniger kritischen Risiken darf die Absicherung bewusst schlanker sein, wenn du Rücklagen hast.
Deckungssumme
Lieber ausreichend hoch, besonders bei Haftpflicht, Kfz und BU. Hier geht es um Schäden, die du nicht aus eigener Tasche zahlen kannst.
Selbstbehalt
Ein moderater Selbstbehalt (z. B. 150–300 €) senkt Beiträge, wenn du kleinere Schäden im Zweifel aus Rücklagen zahlen kannst.
Beitrag
Wichtig ist das Verhältnis Beitrag/Risiko. Teure Kleinstpolicen sind oft schlechter als gezielt aufgebauter Notgroschen.
Faustregel: Existenzbedrohende Risiken gut und eher großzügig absichern. Kleinere Risiken lieber über Rücklagen & Puffer abfangen, statt dafür viele einzelne Verträge zu finanzieren.
Typische Beitragsfallen in bestehenden Verträgen
Viele zahlen nicht zu viel, weil der Tarif an sich schlecht wäre, sondern weil Policen nie angepasst wurden. Lebensumstände ändern sich, aber die Versicherung läuft im Hintergrund weiter – oft mit stillen Beitragserhöhungen oder veralteten Leistungen. Ein kurzer Blick alle ein bis zwei Jahre kann hier mehrere Hundert Euro sparen.
Wenn du diese Fallen systematisch durchgehst, findest du oft mehrere Verträge, die du kündigen oder optimieren kannst – ohne dass deine Sicherheit leidet. Im Idealfall wird sie sogar besser.
Versicherungsbedarf nach Lebenssituation
Dein Versicherungsbedarf hängt stark von deiner Lebenssituation ab. Ein Single ohne Kinder braucht eine andere Absicherung als eine Familie mit Hauskredit oder eine selbstständige Person mit schwankendem Einkommen. Statt pauschaler Listen hilft es, deine aktuelle Rolle zu betrachten.
Single
Basis: private Haftpflicht, Krankenversicherung, ggf. Hausrat. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann sinnvoll sein, wenn du von deinem Einkommen lebst und keine großen Rücklagen hast.
Kleinstpolicen (Handy, Gepäck etc.) lassen sich meist durch einen Notgroschen ersetzen.
Paar
Zusätzlich prüfen: gemeinsame Haftpflicht, Risikolebensversicherung bei gemeinsamen Verpflichtungen (z. B. Miete, Kredit), klare Regelung, wer Versicherungsnehmer ist.
Doppelversicherungen (z. B. zwei Hausratpolicen) vermeiden, wenn ihr zusammenlebt.
Familie
Fokus auf Einkommensabsicherung: Berufsunfähigkeit, Risikoleben für Hauptverdienende, ausreichend hohe Haftpflichtdeckung, Hausrat und ggf. Rechtsschutz. Kinder können oft günstig mitversichert werden.
Wer ein Haus finanziert, sollte zusätzlich Wohngebäudeversicherung und passende Elementardeckung prüfen.
Selbstständige
Neben privater Absicherung sind berufsspezifische Policen wichtig: Berufs- oder Betriebshaftpflicht, ggf. Geschäftsinhaltsversicherung und Ertragsausfallversicherung – abhängig von Branche und Geschäftsmodell.
Hier lohnt sich oft eine Kombination aus professioneller Beratung und klarer Trennung von Privat- und Geschäftsrisiken.
Nutze diese Einteilung als grobe Orientierung. Im Zweifel ist es besser, wenige zentrale Risiken gut abzusichern, als viele kleine Verträge halbherzig zu pflegen.
Beispiel: Was ein Versicherungs-Check an Beitrag sparen kann
Wie stark sich ein Versicherungs-Check auswirken kann, zeigt ein einfaches Beispiel. Die Werte sind gerundet und dienen nur zur Orientierung – in der Praxis können die Unterschiede je nach Haushalt größer oder kleiner ausfallen.
*In diesem Beispiel wurden BU und Risikolebensversicherung nicht billiger, aber inhaltlich verbessert (höhere Summen, bessere Bedingungen). Die eigentliche Ersparnis entsteht durch Optimierung von Basis- und Kleinstpolicen.
In Summe kommt so schnell eine jährliche Ersparnis von mehreren Hundert Euro zusammen – Geld, das sich besser für Rücklagen oder Schuldenabbau einsetzen lässt.
In 5 Schritten zum Versicherungs-Check 2026
Statt alle Verträge gleichzeitig anzugehen, hilft ein klarer Fahrplan. So hält sich der Aufwand in Grenzen und du vermeidest spontane Kurzschlussentscheidungen aus Bauchgefühl. Plane für den ersten Durchlauf ruhig einen Nachmittag ein – der Effekt hält deutlich länger.
Schritt 1
Alle Policen sammeln: Vertragsunterlagen, Beitragsrechnungen, Laufzeiten, Kündigungsfristen. Eine einfache Liste (Name, Beitrag, Laufzeit) reicht zunächst aus.
Schritt 2
Jede Police einer Kategorie zuordnen: Basis, wichtige Ergänzung, verzichtbar. So erkennst du auf einen Blick, wo du über- oder unterversichert bist und welche Verträge nur „Beifang“ sind.
Schritt 3
Beiträge und Leistungen grob vergleichen: Deckungssummen, Selbstbehalte, wichtige Klauseln, aktuelle Angebote. Nur wo es klaren Mehrwert oder Einsparungen gibt, besteht Handlungsbedarf.
Schritt 4
Überflüssige oder doppelte Policen kündigen, wichtige Lücken schließen. Kündigungsfristen und Versicherungsbeginn gut aufeinander abstimmen, damit kein Zeitraum ohne Schutz entsteht.
Schritt 5
Einen jährlichen „Versicherungs-TÜV“ im Kalender verankern – z. B. immer im Frühjahr. Dann sind Anpassungen klein und überschaubar statt ein großes Chaos alle zehn Jahre.
Fazit: 2026 als Versicherungs-Aufräumjahr nutzen
Versicherungen checken 2026 heißt nicht, alles zu kündigen – sondern Ordnung in deine Absicherung zu bringen. Wenn du weißt, welche Risiken wirklich relevant sind, welche Policen veraltet oder doppelt sind und wo dein Geld besser in Rücklagen oder wichtige Absicherungen fließt, sparst du Beiträge und gewinnst Sicherheit.
Ein einmal sauber durchgeführter Versicherungs-Check wirkt über Jahre nach. Viele Anpassungen musst du nur selten vornehmen – der Effekt auf dein Sicherheitsgefühl und deinen monatlichen Geldbeutel ist dagegen dauerhaft spürbar.
Nutze 2026 als Startpunkt: Erst aufräumen, dann nur noch jährlich kurz prüfen. So wird Versicherungsthema von etwas, das stresst, zu einem Baustein deiner finanziellen Stabilität.